Tipps von Finfluencern, Tiktok & Co.

Junge Menschen treffen oft schlechte Finanz-Entscheidungen

Junge Menschen interessieren sich stark für Geldanlage. Doch ihr Wissen führt oft nicht zu klugen Finanzentscheidungen. Viele sparen renditeschwach, vertrauen auf Tiktok-Tipps oder künstliche Intelligenz.
© picture alliance / imageBroker | Unai Huizi
Junge Mann und Frau mit Smartphone: Jeder fünfte junge Mensch informiert sich überwiegend in den sozialen Medien über Finanzen.

76 Prozent der 18- bis 34-Jährigen informieren sich über Finanzthemen wie Geldanlage, deutlich mehr als ältere Befragte (66 Prozent). Doch trotz des wachsenden Interesses legen ausgerechnet junge Menschen ihr Geld besonders häufig renditeschwach oder sogar zinslos an: 43 Prozent der 18- bis 24-Jährigen parken ihre Ersparnisse hauptsächlich auf dem Girokonto oder bewahren sie bar auf. Das sind mehr als in jeder anderen Altersgruppe.

Zu diesen Erkenntnissen gelangt eine Online-Befragung von Yougov im Auftrag der Postbank. An der Studie nahmen 2.001 Personen ab 18 Jahren teil.

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„Es fehlt der entscheidende Schritt: Aus Informationen muss eine fundierte Anlage-Entscheidung werden“, erklärt Thomas Brosch von der Postbank. „Gerade junge Menschen profitieren von einem langen Anlagehorizont. Um diese Chance nutzen zu können, braucht es Finanzwissen, das zum Handeln befähigt.“

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Generationen, wenn es um die Wahl der Informationsquellen zu Finanzthemen geht: Knapp 21 Prozent der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren informieren sich überwiegend in den sozialen Medien über Finanzen – im Vergleich zu nur 5 Prozent der älteren Befragten.

27 Prozent informieren sich bei Finfluencern

Und für gut jeden Vierten unter 35 Jahren (27 Prozent) sind sogenannte Finfluencer eine wichtige Anlaufstelle, während nur 8 Prozent der Älteren auf Ratgeber-Persönlichkeiten im Internet vertrauen. „Junge Menschen bewegen sich selbstverständlich in der digitalen Welt – und informieren sich auch über Geldthemen auf Tiktok, Instagram oder via Podcast“, so Brosch. „Aber Likes und Follower sind keine Gütesiegel. Nur weil eine Empfehlung gehypt wird, ist sie noch lange nicht ausgewogen oder passend zur persönlichen Lebenssituation.“

Daher warnen auch Verbraucherschützer regelmäßig vor zweifelhaften Empfehlungen und fehlender Regulierung. Thomas Brosch: „Neben den schwarzen Schafen gibt es durchaus seriöse Kanäle mit fundierten, gut aufbereiteten Inhalten. Aber Verbraucher sollten jede Information, die zu einer Anlage-Entscheidung führt, kritisch prüfen.“

Das gilt selbstverständlich auch für Finanztipps und Anlage-Empfehlungen via künstlicher Intelligenz (KI): Rund 11 Prozent der unter 35-Jährigen nennen smarte Technologien als wichtigste Informationsquelle für ihr Finanzwissen (35 Jahre und älter: 5 Prozent).

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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