Fünftklässler lernt: Junge Menschen in Deutschland wünschen sich mehr Finanzbildung, insbesondere zur Altersvorsorge © picture alliance / dpa | Matthias Balk
  • Von Andreas Harms
  • 09.01.2026 um 12:16
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Obwohl sie gerade erst mit dem Berufsleben loslegen, würden junge Menschen gern früher mit der Altersvorsorge starten. Und mehr darüber wissen möchten sie auch. Das zeigt eine Umfrage der Swiss Life Deutschland.

Junge Menschen in Deutschland blicken skeptisch auf die eigene Rente. Sie möchten aber gern mehr über Geld wissen. Das geht aus dem aktuellen Selbstbestimmungsbarometer des Versicherers Swiss Life hervor. Darin erkundigte er sich zum siebten Mal, was die Menschen beschäftigt und wie selbstbestimmt sie sich finanziell fühlen. Das Meinungsforschungsinstitut Bilendi befragte dafür 1.001 Person.

Wie äußert sich das nun mit der Altersvorsorge? Während nur 28 Prozent aller Befragten überzeugt sind, dass ihre Vorsorge (staatlich, beruflich und privat) ein finanziell selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht, sind es bei den jungen Erwachsenen lediglich 21 Prozent.

Diese Skepsis spiegelt sich auch in der eigenen Altersvorsorge wider. Rund ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen gibt an, zu spät damit begonnen zu haben – obwohl sie gerade erst ins Berufsleben starten. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die eigene finanzielle Planung gering. Während 28 Prozent aller Befragten davon überzeugt sind, ihren Ruhestand finanziell gut geplant zu haben, trifft das bei den 18- bis 29-Jährigen auf lediglich 15 Prozent zu.

Doch ein bedeutender Hemmschuh ist das Finanzwissen. Zwar wollen 43 Prozent der jungen Menschen rechtzeitig mit der Altersvorsorge loslegen. Doch 39 Prozent fühlen sich von den vielen Möglichkeiten überfordert. 45 Prozent wollen mehr über Finanz- und Vorsorgethemen wissen – mehr als jede andere Altersgruppe.

„Wer als junger Mensch frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnt, profitiert von einem langen Anlagehorizont. Das hat die junge Generation verstanden. Sie ist bereit, ihre finanzielle Absicherung im Alter selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Chance nutzen zu können, benötigt sie eine bessere finanzielle Aufklärung. Finanzwissen ist die Grundvoraussetzung für finanzielle Selbstbestimmung, über alle Altersgruppen hinweg“, sagt Dirk von der Crone, Chef von Swiss Life Deutschland.

Hauptteil der Umfrage ist und bleibt jedoch die finanzielle Selbstbestimmung. Und die treibt die Deutschen verständlicherweise um. 82 Prozent der Befragten wünschen sich, ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten zu können. Wichtigste Treiber dafür sind genügend Geld (44 Prozent), um eigene Entscheidungen treffen zu können (38 Prozent), abgesichert zu sein (41 Prozent), regelmäßig Geld zurücklegen zu können (35 Prozent) und die Ausgaben im Griff zu haben (31 Prozent).

Doch das schaffen bei weitem nicht alle: Lediglich 39 Prozent geben an, dass ihre aktuelle Situation tatsächlich ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Was hindert sie daran? Hier die häufigsten Gründe:

  • Inflation (63 Prozent)
  • hohe Wohn- und Energiekosten (39 Prozent)
  • zu niedriges Einkommen (38 Prozent)

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Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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