Wer an Erfolg und Stabilität offener Immobilienfonds zweifelt, bekommt von der Rating-Agentur Scope Analysis jetzt eine Beruhigungspille verabreicht: Mit einer durchschnittlichen Quote von 92,4 Prozent sind die Portfolios derzeit solide vermietet. Allerdings lag die Quote mit 96,0 Prozent im Jahr 2019, also vor dem großen Corona-bedingten Homeoffice-Schub noch deutlich höher. Das geht aus einer aktuellen Analyse hervor.
Doch immerhin ist die Zahl auch heute noch solide, möchte man meinen. Schließlich war es noch vor einigen Monaten um mindestens zwei offene Immobilienfonds turbulent geworden. Der Fokus Wohnen Deutschland (ISIN: DE000A12BSB8) und der Wertgrund Wohnselect D (ISIN: DE000A1CUAY0) wurden geschlossen, weil Anleger allzu hohe Beträge zurückgefordert hatten. Mehr dazu lesen Sie hier und hier.
Davor sind auch die von Scope nun untersuchten Immobilienfonds nicht gefeit. Die Vermietungsquote zeigt aber, dass die Objekte arbeiten und Erträge in Form von Mieten abwerfen.
Das Ausmaß ist allerdings höchst unterschiedlich. Bei sieben Produkten sind mehr als 95 Prozent vermietet, was die Scope-Leute als „nahezu vollvermietet“ bezeichnen. Denn ein bisschen Fluktuation unter Mietern ist immer da. Folgende Fonds sind es mit den Vermietungsquoten im April 2026:
Einen Sonderfall erleben zurzeit Fonds mit hohem US-Anteil. Weil dort Mietverträge kürzer laufen als etwa in Europa, stieg der Leerstand schneller auf sein erhöhtes Niveau. Immerhin könnte das nun drehen, meint Scope und verweist auf eine Studie aus anderem Hause, wonach der Leerstand in US-Büros zuletzt wieder gesunken ist.
Doch was ist mit Notverkäufen, weil Anleger ihr Geld zurückhaben wollen? Die gab es tatsächlich in erheblichem Ausmaß. Und die verkauften Objekte sind normalerweise besser vermietet als der Rest im Portfolio (um Käufer zu finden). Das schlug bei kleineren Fonds stärker durch als bei großen. Letztere konnten es durch breiter gestreute Portfolios besser abfedern.
Gleichwohl kann es branchenweit Druck geben. Die Leerstandsquoten in Büroimmobilien sind deutlich gestiegen, ebenso wie in Objekten, die in weniger guten Lagen stehen oder nicht allzu nachhaltig sind. Doch der Großteil der Portfolios – so der Trost – stehe nach wie vor in stabilen europäischen Kernstandorten.
Die Vermietungsquoten dürften laut Scope deshalb in diesem Jahr stabil bleiben und allenfalls leicht sinken. Die Restlaufzeit der Mietverträge von 5,9 Jahren bezeichnen die Analysten als solide, wenn auch nicht übermäßig lang. Es drohen also Risiken, wenn neue Verträge abzuschließen sind.
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