Fünf Vorschläge macht der PKV-Verband, um die Pflege hierzulande zu reformieren, die Versorgung zu verbessern und mehr als 5 Milliarden Euro einzusparen.
Hintergrund ist eine wachsende Versorgungskrise: Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, Fachkräfte fehlen, und das Leistungsrecht ist zu komplex. Rund zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden derzeit zu Hause von Angehörigen, Nachbarn oder Ehrenamtlichen betreut. Der PKV-Verband sieht darin sowohl eine soziale Herausforderung als auch einen Ansatzpunkt für Reformen.
Das Herzstück: Ein Pflege-Budget
Herzstück des Programms ist ein flexibles, sektorenübergreifendes Pflege-Budget. Die bisherige Trennung von ambulanter und stationärer Kostenübernahme soll entfallen. Stattdessen sollen Pflegebedürftige je nach Pflegegrad einen monatlichen Betrag erhalten, den sie selbst aufteilen können – für professionelle Dienste, stationäre Pflege oder Alltagsunterstützung.
Bis zur Hälfte des Budgets soll auch für die Pflege durch qualifizierte Ehrenamtliche einsetzbar sein. Wird es nicht vollständig für Sachleistungen ausgeschöpft, erhalten Versicherte ein anteiliges Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige. Der Verband beziffert das Einsparpotenzial allein dieser Maßnahme auf 4,1 Milliarden Euro jährlich.
Pflegegrad 1 soll zur Prävention dienen
Ein weiterer Reformbaustein betrifft Pflegegrad 1, der künftig konsequent auf Prävention ausgerichtet werden soll – mit Beratungsangeboten, Pflegekursen, Hilfsmitteln und wohnumfeld-verbessernden Maßnahmen. Die Neuausrichtung könnte weitere 1,2 Milliarden Euro einsparen.
Pflegeberatung, digitales Pflegeportal und Prüfungen
Daneben fordert der Verband eine verpflichtende Pflegeberatung für alle Betroffenen direkt nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit sowie ein zentrales digitales Pflegeportal, das Bürokratie abbaut und alle Akteure digital vernetzt.
Qualitätsprüfungen sollen künftig kürzer und laienverständlich dargestellt werden, damit Pflegebedürftige und Angehörige leichter geeignete Einrichtungen finden können. Der Verband betont, dass bessere Versorgung und finanzielle Entlastung kein Widerspruch sein müssen.