Die Rente ist für viele Menschen etwas, auf das sie ihr ganzes Leben hinarbeiten. Menschen, die ihr Leben lang körperlich tätig waren, sind ab Renteneintritt gesünder. Mittel- und Gutverdiener, die hingegen übermäßig im Büro und auf Terminen waren, geht es im Ruhestand schlechter. Das zeigt eine aktuelle Studie des RWI-Instituts für Wirtschaftsforschung, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
Durchschnittlich sinkt die Sterblichkeit unter Männern, die schon mit 63 in Rente gehen, laut der Süddeutschen Zeitung um ein bis 3 Prozent. Das liege vor allem daran, dass Menschen, die beispielsweise in der Baubranche körperlich gearbeitet haben, als Rentner zur Ruhe kommen und sich altersgerecht bewegen können.
Aber auch unter Langzeitarbeitslosen sei dieser Effekt zu spüren. Und: Wenigverdienern geht es laut Studie allgemein besser im Ruhestand als Rentnern mit 63 insgesamt. Für diese Bevölkerungsgruppe, so die Experten, sei ein frühes Rentenalter also gut und gesundheitsfördernd.
Wenn Besserverdiener in den Ruhestand treten …
Besser bezahlten Beschäftigten, deren Ruhestand mit 65 Jahren beginnt, geht es laut Untersuchung hingegen oft schlechter. Hier nehme die Sterblichkeit bei Männern um fast 3 und bei Frauen um mehr als 4 Prozent zu.
Die Studienautoren erklären sich das so: Das Ausscheiden aus dem Beruf heiße für viele Besserverdienende ein Prestigeverlust. Langjährige soziale Kontakte fallen weg, der Beruf, der so lang das Leben und die eigene Identität bestimmt hat, ist Geschichte. Für diese Gruppe der Gesellschaft könnte ein höheres Rentenalter also positiv sein, so die Studienautoren. Ein möglichst früher Ruhestand passe einfach nicht für alle ins Leben.