Finanzaufsicht

Bafin-Boss Felix Hufeld muss gehen

Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, muss seinen Hut nehmen. Nach Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium brauche die Behörde einen personellen Neustart.
© picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Felix Hufeld ist nun nicht mehr Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin.

Nun muss Bafin-Chef Felix Hufeld doch Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal ziehen. Wie aus einer Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums hervorgeht berichten, habe man sich einvernehmlich auf einen personellen Neustart in der Behörde geeinigt. Auch die Exekutivdirektorin für Wertpapieraufsicht, Elisabeth Roegele, muss die Behörde verlassen.

„Ich bedanke mich ausdrücklich bei Felix Hufeld für sein großes Engagement an der Spitze der Bafin in den vergangenen acht Jahren. Er hat die Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland und Europa in dieser Zeit maßgeblich geprägt und entscheidend vorangebracht. Die geplante organisatorische Reform der Bafin verbinden wir mit einem personellen Neuanfang.“

Am Donnerstag hatte die Bafin verkündet, einen Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht wegen des Verdachts des Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt zu haben. Der Beschäftigte hatte am 17. Juni 2020 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Wirecard AG verkauft. Die Wirecard AG machte am 18. Juni 2020 öffentlich, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Die Finanzaufsicht hatte den Verdacht im Rahmen ihrer Sonderauswertung entdeckt. Sie hat den Beschäftigten sofort freigestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Die Wirecard AG ist mittlerweile insolvent und hatte im Juni 2020 zugegeben, Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro durchgeführt zu haben. Das Bekanntwerden sorgte für einen Skandal und brachte der Finanzaufsichtsbehörde heftige Kritik ein (wir berichteten).

Von Felix Hufeld kam dieses Statement zu seiner Entlassung: „Ich habe acht Jahre, davon sechs Jahre als Präsident, an der Spitze der Bafin wirken dürfen. Für das mir dabei entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich sehr. Die Bafin hat sich dabei signifikant weiterentwickelt und in vielfacher Hinsicht an Relevanz gewonnen. Nun gilt es weitere Aufgaben anzupacken, für deren Bewältigung ich meinem Nachfolger oder Nachfolgerin nur das Beste wünsche.“

Wer dieser Nachfolger oder diese Nachfolgerin wird, steht noch nicht fest.

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