Einkommenswachstum

Gender-Pay-Gap schließt sich etwas, bleibt aber vorhanden

Die gute Nachricht: Was Arbeitseinkommen und Positionen im Arbeitsleben angeht, holen Frauen offenbar gegenüber Männern auf. Der unbereinigte Gender-Pay-Gap hat sich ein Stück weiter geschlossen. Die schlechte Nachricht: Der rein auf das Geschlecht zurückzuführende Einkommensunterschied hat sich nicht verändert.
Mann und Frau in der Schreinerei: Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist in Deutschland noch immer nicht an der Tagesordnung
© picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko
Mann und Frau in der Schreinerei: Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist in Deutschland noch immer nicht an der Tagesordnung

Der sogenannte Gender Pay Gap, also die Lücke zwischen den Verdiensten von Frau und Mann in Deutschland, ist weiter zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, erhielten Frauen im Jahr 2024 brutto im Durchschnitt 22,24 Euro pro Stunde. Männer bekamen 26,34 Euro – ein Aufschlag von 4,10 Euro.

Damit beträgt dieser Gender Pay Gap 16 Prozent, und das sind 2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Wie die Statistiker ausgerechnet haben, ist das der größte Rückgang seit Beginn der Statistik im Jahr 2006.

Im Detail zeigen sich einige Unterschiede. So handelt es sich bei diesen Zahlen um den sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap. Der vergleicht die nackten Einkommenszahlen. Der bereinigte Gap berücksichtigt hingegen zusätzlich den Umstand, dass noch immer unterschiedlich viele Frauen und Männer in hochbezahlten Positionen arbeiten und auch unterschiedliche Arbeitszeiten haben (Stichwort: Teilzeit). Er soll also den tatsächlichen Geschlechtsnachteil messen.

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Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie – also bereinigt – im Jahr 2024 pro Stunde 6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Und dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Aber warum hat sich der unbereinigte Gender Pay Gap ein Stück weit geschlossen? Laut Destatis stieg der Bruttoverdienst von Frauen gegenüber dem Vorjahr um rund 8 Prozent, der von Männern um lediglich 5 Prozent. Wenngleich die absoluten Zahlen nach wie vor höchst unterschiedlich ausfallen (Frauen: 2.851 Euro, Männer: 4.078 Euro). Aber es bleibt die Vermutung, dass Frauen verstärkt in besser bezahlten Berufen und Branchen arbeiten.

Mehr Gründe für den Einkommensunterschied zeigt die folgende Grafik:

Gründe für den unbereinigten Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern (Quelle: Destatis)
Gründe für den unbereinigten Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern (Quelle: Destatis)

Außerdem arbeiteten Frauen 2024 im Durchschnitt 122 Stunden im Monat. Männer kommen auf 149 Stunden. Bei beiden ist es etwa eine Stunde pro Monat mehr als im Jahr davor.

Weiterhin deutlich zu sehen sind die (schon fast traditionellen) Unterschiede zwischen der ehemaligen DDR und dem ehemaligen Westdeutschland. Zwar sank der unbereinigte Gender Pay Gap auf beiden Gebieten gleichermaßen um 2 Prozentpunkte. Doch liegt er in der Ex-DDR bei 5 Prozent, und im Westen bei 17 Prozent.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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