Dringender Reformbedarf

Wirtschaftsweiser: So sollte die Politik die Altersvorsorge stabilisieren

Die demografische Entwicklung und wirtschaftliche Unsicherheiten setzen das Rentensystem hierzulande unter Druck. Ein aktueller Vortrag des Wirtschaftsweisen Martin Werding zeigt auf, welche Reformen durch eine neue Bundesregierung notwendig sind, um die Altersvorsorge langfristig zu stabilisieren.
Hielt den Eröffnungsvortrag auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge: der Wirtschaftsweise Martin Werding.
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Hielt den Eröffnungsvortrag auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge: der Wirtschaftsweise Martin Werding.

Die Rentenpolitik steht vor großen Herausforderungen. In einem aktuellen Vortrag auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge erläuterte der Wirtschaftsweise Martin Werding zentrale Probleme des aktuellen Systems. Besonders die demografische Entwicklung stellt das umlagefinanzierte System vor enorme Belastungen.

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Bliebe es bei einer ​Haltelinie für das Rentenniveaus von 48 Prozent, ​„dann ​haben ​wir ​einen ​verschärften ​Anstieg ​des ​Beitragssatzes ​in ​der ​langen ​Frist, ​und ​zwar ​auf ​Niveaus, ​die ​dann ​allein ​schon ​für ​den ​Rentenbeitrag ​sehr ​hoch ​erscheinen. Hier ​ist ​von ​den ​anderen ​Sozialversicherungsbeiträgen, also ​Krankenversicherung und ​Pflege, noch ​gar ​nicht ​die ​Rede“, warnt Werding.

Die bisherige Rentenpolitik habe es versäumt, die Weichen rechtzeitig zu stellen, kritisierte der Ökonom. Zwar wurden mit dem sogenannten Rentenpaket I einige Anpassungen vorgenommen, doch viele weiterführende Maßnahmen blieben auf der Strecke.

Ein Lösungsansatz sieht Werding in einer stärkeren Kapitaldeckung der Altersvorsorge, vor allem in der zweite und dritten Säule. „Sie ist einfach Teil ​einer ​ursachengerechten ​Reformstrategie“, findet der Ökonom.

Dabei müsste die Politik Fragen klären, wie
  • ob eine verpflichtende Zusatzvorsorge eingeführt werden sollte
  • oder ob ein Opt-out-Modell ausreicht.
  • Es brauche stark standardisierte Produkte, da sei die Frage, wer die macht.
  • Die Kosten müssten runter und es brauche rentierlichere Anlageformen, hier gehe es also unter anderem um die Frage, ob kostspielige Garantien sein müssen.

Reformen in diesem Punkt seien eilig, weil „Kapitaldeckung Vorlauf braucht, Stichwort: Ansparphase“, so Werding. Man solle prüfen, welche Ideen auf dem Tisch lägen und dann „aus dem Quark kommen.“

Angesichts der steigenden Lebenserwartung plädiert Werding zudem für eine flexible Anhebung des Renteneintrittsalters. Eine solche Maßnahme könnte helfen, das Rentensystem langfristig finanzierbar zu halten. Dennoch müsse sie sozialverträglich gestaltet werden, um Härten für bestimmte Berufsgruppen zu vermeiden.

Die Zeit für umfassende Reformen drängt, so Werdings Fazit. Er fordert die Politik auf, den Reformprozess nicht weiter hinauszuzögern. Ziel müsse es sein, ein nachhaltiges und stabiles Rentensystem zu schaffen, das sowohl die Interessen der heutigen als auch der zukünftigen Generationen berücksichtigt.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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