DEVK-Umfrage

Auch Finanzbildung gehört in die Schulen

Viele junge Menschen starten ohne Finanzwissen ins Leben und stehen plötzlich vor großen Entscheidungen. Ein eigenes Schulfach „Finanzen und Vorsorge“ hätte die breite Unterstützung der Bevölkerung. Und auch die geplante Frühstart-Rente sorgt für viel Zustimmung. Doch wie viel bringt sie wirklich?
Eine Grundschulklasse im Unterricht: FInanzbildung sollte schon in Schulen beginnen, finden die Befragten einer aktuellen Studie.
© picture alliance / dpa | Matthias Balk
Grundschulklasse im Unterricht: Drei Viertel der Deutschen wünschen sich ein Fach wie „Finanzen und Vorsorge“ in Schulen.

Finanzbildung zu Themen wie Geldanlage, Rentenlücke und Versicherungen findet in den meisten Schulen derzeit nicht statt. Daher stehen viele junge Menschen nach der Schulzeit plötzlich vor komplexen Entscheidungen, ohne darauf vorbereitet zu sein. Genau deshalb befürworten 75 Prozent der Deutschen ein eigenes Fach wie „Finanzen und Vorsorge“, das Schulkinder fit in Finanzfragen macht.

Besonders hoch ist die Zustimmung bei Menschen mit Berufsausbildung, die direkt nach der Schule ins Arbeitsleben gestartet sind und dort gemerkt haben, wie wichtig finanzielle Bildung ist. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage mit 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern, die die DEVK beim Marktforschungsinstitut Civey beauftragt hat.

„Junge Menschen sollten so früh wie möglich an Finanz- und Vorsorgethemen herangeführt werden, am besten schon in der Schule“, sagt Michael Zons, Vorstand für die Bereiche Leben und Komposit bei der DEVK. Finanzbildung dürfe nicht erst im Erwachsenenalter auf die Agenda rücken. „Wer früh versteht, wie finanzielle Entscheidungen wirken, kann auch selbstbewusst und nachhaltig vorsorgen“, so der Vorstand. Dazu gehöre auch, den richtigen Umgang mit Taschengeld zu lernen.

Frühstart-Rente stößt auf breite Zustimmung

Genau hier setzt die geplante Frühstart-Rente der Bundesregierung an – und das Konzept findet Anklang:

  • 51 Prozent der Befragten sehen die Frühstart-Rente positiv, nur 29 Prozent lehnen sie ab.
  • Besonders die 30- bis 39-Jährigen (57 Prozent Zustimmung) sowie die 50- bis 64-Jährigen (55 Prozent Zustimmung) zeigen sich offen für das neue Modell.
  • Die 40- bis 49-Jährigen reagieren etwas verhaltener. Sie bilden mit 35 Prozent die Gruppe mit der höchsten Ablehnung.
  • Ob mit oder ohne Kinder: Die Einschätzung zur Frühstart-Rente unterscheidet sich kaum. 59 Prozent der Befragten mit Kindern befürworten das Modell, bei kinderlosen Personen sind es 51 Prozent.

Dabei spricht die Frühstart-Rente insbesondere Eltern an. Die Idee: Der Staat zahlt monatlich 10 Euro pro Kind zwischen sechs und 18 Jahren auf ein privat geführtes Altersvorsorgekonto ein. Dieses Konto bleibt bis zur Rente unangetastet, und die Erträge sind steuerfrei.

Welchen Betrag Kinder im Rentenalter aus diesem Konzept erhalten, haben wir hier einmal berechnet. Kleiner Spoiler: Sehr viel ist es nicht.

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Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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