Demografie-Prognose bis 2070

EU-Bevölkerung schrumpft und altert

Eine alternde Bevölkerung ist kein allein deutsches Problem. Im Gegenteil: Andere EU-Länder sind deutlich stärker betroffen. Wo sich die künftigen Rentnerhochburgen befinden und wie es 2070 in Deutschland aussehen wird.
Menschen in Litauens Hauptstadt Vilnius: 2070 könnte das Land die Rentnerhochburg der EU sein
© picture alliance / AA | Aytac Unal
Menschen in Litauens Hauptstadt Vilnius: 2070 könnte das Land die Rentnerhochburg der EU sein

451,4 Millionen Menschen lebten am 1. Januar 2023 in den 27 EU-Mitgliedsstaaten. 2070 könnten es rund 20 Millionen weniger sein, zumindest wenn sich die jährliche Nettozuwanderung auf dem aktuellen Niveau von etwa 1,2 Millionen Menschen fortsetzt. Das verkündet das Statistische Bundesamt und beruft sich dabei auf die Basisvariante der Bevölkerungsvorausberechnung des EU-Statistikamts Eurostat. Ohne Nettozuwanderung dürfte die EU (mit ihren heutigen Mitgliedsstaaten) sogar um rund 90 Millionen Menschen, also um etwa 20 Prozent, schrumpfen.

In der Basisvariante der Statistiker nimmt die Bevölkerung jedoch nicht nur ab, sie altert auch. Waren Anfang 2023 noch 21,2 Prozent der EU-Bewohner 65 Jahre und älter, so sollen es 2070 etwa 30,5 Prozent sein.

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Der Seniorenanteil war schon Anfang 2023 in Italien (24,0 Prozent), Portugal (23,9 Prozent) sowie Finnland (23,1 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Bis 2070 wird in Italien und Portugal voraussichtlich rund jeder Dritte (34 Prozent) 65 Jahre und mehr auf dem Buckel haben. Die neue Rentnerhochburg soll dann allerdings Litauen mit 36 Prozent sein. Am geringsten wird der Prognose nach der Anteil der Menschen im Alter 65plus mit 27 Prozent in Schweden. Auch Deutschland gehört dann eher zu den „jungen“ EU-Ländern. Mit einem Anteil mit knapp 29 Prozent liegt es im unteren Drittel.

Das zeigt sich auch beim Altenquotient. Dieser spiegelt wider, wie viele Menschen im Rentenalter (65 Jahre und mehr) auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter treffen (ab 20 bis 65 Jahre). In Deutschland soll er auf „nur“ 54 steigen, im Musterland Schweden sogar lediglich auf 50. Im EU-27-Durchschnitt klettert der Quotient von 36 im Jahr 2023 auf 59. Negativ-Spitzenreiter wird voraussichtlich Litauen mit 73 sein.

Kurzum: In allen EU-Ländern sorgt der demografische Wandel dafür, dass künftig immer weniger Menschen im Erwerbsalter einer immer größeren Zahl an Menschen im Rentenalter gegenüberstehen. Das setzt – nicht nur in Deutschland – die Rentensysteme unter Druck.

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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