Analyse der Bundesbank

Finanzstabilität der Lebensversicherer in Gefahr

Die Bundesbank hat ihren aktuellen Finanzstabilitätsbericht veröffentlicht. Kern des Berichts sind die Schwierigkeiten, die das Niedrigzinsumfeld weiterhin für die Versicherungs- und Finanzbranche mit sich bringt. Welchen Risiken Lebensversicherer ausgesetzt sind.
© Deutsche Bundesbank
Zentralbank-Politik: Entwicklung der Leitzinsen weltweit

An den niedrigen Zinsen wird sich wohl vorerst nichts ändern. Denn die Eurozone entwickelt sich wirtschaftlich nach wie vor schwach und die Schulden bleiben hoch. Aus diesem Grund klingt der Finanzstabilitätsbericht 2015 der Deutschen Bundesbank nicht besonders optimistisch. Ganz im Gegenteil – dort heißt es:

„Je länger niedrige Zinsen andauern, umso mehr bestehen für die Marktteilnehmer Anreize, erhöhte Risiken einzugehen.“ Und weiter: „Diesen Herausforderungen müssen wir begegnen, um die Stabilität des Finanzsystems sicherzustellen.“

Während die Banken ihr Eigenkapital in der Vergangenheit weiter erhöht und ihren Verschuldungsgrad gesenkt haben, besteht für die Versicherungsbranche laut Bundesbank hingegen eine besondere Gefahr: „Dauerhaft niedrige Zinsen würden die Risikotragfähigkeit vieler Versicherer infrage stellen.“

Zwar habe das Lebensversicherungsreformgesetz aus dem Jahr 2014 die Eigenkapitalausstattung der Versicherer gestärkt. Allerdings reiche das nicht aus, um den Effekt der niedrigen Zinsen auf die Kapitalanlagen der Lebensversicherer auszugleichen. Aus diesem Grund sollten sich die Unternehmen den schwierigen Marktbedingungen weiter stellen und ihre Risikotragfähigkeit stärken.

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