7 Länder im Immobilien-Vergleich

Nur ein Land ist teurer als Deutschland

Zwei Dienstleister vergleichen die Immobilienpreise in sieben Ländern Europas. Völlig erwartungsgemäß schießt das Königreich von der Insel dabei den Vogel ab. Doch auch Deutschland kommt üppig daher.
Straßenszene in London
© SnapwireSnaps / Pixabay
Straßenszene in London: Das Vereinigte Königreich ist ein teures Pflaster

Wer im Vereinigten Königreich Haus oder Wohnung kaufen möchte, muss dafür im Schnitt über 3.600 Euro je Quadratmeter auf den Tisch legen. Damit führt das Land eine Liste an, die die Immobilienplattform Immowelt und der Immobilienbewerter Meilleurs Agents gemeinsam erstellt haben. Sie umfasst sieben der an Einwohnern gemessen größten Länder in Europa.

Mit nur wenig Abstand folgt Deutschland auf dem 2. Platz. Hierzulande kostet der Quadratmeter durchschnittlich bereits rund 3.300 Euro. Interessant ist jedoch, wie vergleichsweise günstig Spanien und Italien sind.

Und das ist die Liste der Immobilienpreise in allen sieben Ländern:
  1. Vereinigtes Königreich: 3.638 Euro
  2. Deutschland: 3.304 Euro
  3. Frankreich: 3.021 Euro
  4. Portugal: 2.352 Euro
  5. Belgien: 2.182 Euro
  6. Spanien: 1.825 Euro
  7. Italien: 1.687 Euro

Selbstverständlich können überteuerte Hauptstädte solche Statistiken gehörig verzerren. Wie sehr die Spanne dabei auseinander laufen kann, zeigt die folgende Statistik mit den Quadratmeterpreisen eben dort. Plötzlich hat Deutschland einigen Abstand zur Spitze. Kein Wunder, schließlich heißen die teuersten deutschen Städte nicht Berlin, sondern München und Hamburg.

Immobilienpreise in 7 europäischen Hauptstädten

Doch auch diese Zahlen kann man sich zwar anschauen, sollte man aber auch mal mit dem landestypischen Einkommen ins Verhältnis setzen. In dieser Statistik nennen die Autoren diese Kennzahl „Leistbarkeit“. Sie zeigt, wie viele Quadratmeter Wohnfläche sich ein Zwei-Personen-Haushalt mit durchschnittlichem Einkommen leisten könnte.

Seite 2: Immobilienpreise mit dem Einkommen ins Verhältnis setzen

Grundlage dafür ist das verfügbare Medianeinkommen in den Ländern im Verhältnis zum durchschnittlichen Flächenpreis und der Kreditfähigkeit eines Haushalts. Letztere erklären die Autoren so: „Die Kreditfähigkeit entspricht einer Kreditaufnahme für Immobilien über 20 Jahre zu einem durchschnittlichen Zinssatz für diese Laufzeit (EZB) und einer Tilgungsrate von 33 Prozent des verfügbaren Einkommens.“

Bisschen abstrakt das Ganze, und auch nicht ganz einfach. Doch es ergeben sich Anhaltspunkte, wer sich wo noch irgendwas kaufen kann. Vor allem in London und Paris sieht es erwartungsgemäß in dieser Hinsicht übel aus:

  1. London: 16 Quadratmeter
  2. Paris: 23 Quadratmeter
  3. Lissabon: 31 Quadratmeter
  4. Madrid: 48 Quadratmeter
  5. Berlin: 54 Quadratmeter
  6. Rom: 69 Quadratmeter
  7. Brüssel: 89 Quadratmeter

Im Ländervergleich ergibt sich ein so nicht erwartbarer Spitzenreiter. Doch das liegt an den deutlich geringeren Einkommen in Portugal. Aus ähnlichem Grund verringern sich auch die Abstände zwischen Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien im Vergleich zu den obigen Ranglisten sichtlich. Ein sehr angenehmes Immobilienpflaster ist hingegen offenbar Belgien:

  1. Portugal: 49 Quadratmeter
  2. Vereinigtes Königreich: 69 Quadratmeter
  3. Frankreich: 79 Quadratmeter
  4. Deutschland: 80 Quadratmeter
  5. Spanien: 100 Quadratmeter
  6. Italien: 116 Quadratmeter
  7. Belgien: 136 Quadratmeter

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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