Vermittlung

Bafin-Chef Mark Branson droht mit Provisionsverbot

Offenbar sind der Bafin die Provisionen auf Lebensversicherungen und Fondspolicen noch immer deutlich zu hoch. Denn ihr Chef Mark Branson forderte nun, dass Bewegung in die Sache kommt. Und dann wurde er deutlich.
Bafin-Chef Mark Branson
© picture alliance / Ulrich Baumgarten
Bafin-Chef Mark Branson

Die Finanzaufsicht Bafin befürchtet augenscheinlich in der deutschen Versicherungsvermittlung weiterhin falsche Anreize durch zu hohe Provisionen. Das ließ Bafin-Chef Mark Branson auf dem Versicherungstag der „Süddeutschen Zeitung“ durchblicken, die darüber auch berichtet.

Demnach sagte Branson in Bezug auf die Kosten bei Lebensversicherungen und Fondspolicen: „Da muss Bewegung hineinkommen. Daran haben zu viele zu lange zu gut verdient.“ Zu hohe Provisionen könnten Vermittler dazu bringen, Policen zu empfehlen, die ihnen selbst das meiste Geld bringen. Und nicht jene mit dem größten Nutzen für die Kunden.

Weshalb er den Versicherern drohte: Wenn sie die allzu hohen Provisionen nicht in den Griff bekämen, werde „so etwas wie ein Provisionsverbot oder ein Provisionsrichtwert kommen, der weniger liberal ist“, so der Bafin-Chef.

Damit wirft er ein Thema auf, das in der Branche gerade heftig hin- und herschwingt. Denn Ende 2022 hatte die EU-Kommissarin Mairead McGuinness aus ähnlichen Gründen gefordert, dass Provisionen in der Vermittlung verboten werden. Dann veröffentlichte die EU im Mai 2023 ihre Kleinanlegerstrategie, und das große Deuten ging los, ob dort das Provisionsverbot enthalten ist oder nicht. Der letzte Stand in der Geschichte ist, dass es wohl vom Tisch ist. Aber nicht wenige Beobachter fürchten, dass es in diesem Jahr wieder aktuell wird.

Weiterhin, so die „Süddeutsche“, meldete Branson einen Zwischenstand zu dem Vorhaben, Versicherer mit den teuersten Policen zu überprüfen. Sechs Unternehmen waren es in der ersten Welle, nun seien vier weitere hinzugekommen. Und in einem Fall habe man dafür gesorgt, dass der Versicherer Bedingungen für Neu- und Bestandskunden verbessert hat. Allerdings nannte Branson keine Namen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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Eine Antwort

  1. Diese Diskussion schlägt langsam dem Fass den Boden aus. Sicherlich fragt ja auch jeder Verbraucher, wie sich die Kosten seines Brötchens beim Bäcker zusammensetzen. Ist`s zu teuer, kauft er`s nicht ! Kollegen, die tatsächlich „nach Vergütung“ verkaufen, sind mir in den letzten 10 Jahren schon nicht mehr untergekommen. Und wenn Herr Branson meint, mit derartigen Drohungen einen Wirtschaftszweig beeinflussen zu können, schafft er nur Irritationen und Verwirrung – nicht mehr !

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