Urteil

Versicherungsvermittler darf sich nicht mit „Assekuranz“ betiteln

Versicherungsvermittlern ist das Nutzen des Begriffs „Assekuranz“ im Unternehmensnamen untersagt. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf hervor. Eine Ausnahme zu dieser Regel gibt es aber.
© dpa/picture alliance
Ein Ausschnitt des Eingangsbereichs des Oberlandesgerichts Düsseldorf: Hier kam es nach mehreren Instanzen zu einem abschließenden Urteil.
Was ist geschehen?

Ein Versicherungsvermittler nennt sich auf seiner Internetseite „x. Assekuranz Service“. So tritt er mit seiner Firma als „x. Assekuranz Service GmbH“ auf. Außerdem gibt er im Impressum an, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sei die für sein Unternehmen zuständige Aufsichtsbehörde.

Die Wettbewerbszentrale sieht in seinem Internetauftritt einen Verstoß gegen den rechtlich geregelten Bezeichnungsschutz. Dieser sieht vor, dass nur Versicherungsunternehmen sowie deren Verbände die Bezeichnung „Versicherung“, „Versicherer“, „Assekuranz“, „Rückversicherung“, „Rückversicherer“ und entsprechende fremdsprachliche Bezeichnungen sowie eine Bezeichnung, in der eines dieser Worte enthalten ist, führen dürfen. Versicherungsvermittler hingegen dürfen die gesetzlich geschützten Bezeichnungen nur nutzen, wenn sie mit einem die Vermittlereigenschaft klarstellenden Zusatz versehen sind. Laut der Wettbewerbszentrale ist der Zusatz „Service“ im Namen aber nicht Aufklärung genug.

Ebenso beanstandet sie den Hinweis auf die Bafin als Aufsichtsbehörde als irreführend, da tatsächlich die zuständige Industrie- und Handelskammer die Aufsicht durchführt. Der Fall landet vor Gericht.

Das Urteil

Der Fall läuft über mehrere Instanzen. Schlussendlich kommt das Oberlandesgericht Düsseldorf zu einem Urteil (Aktenzeichen 37 O 26/19). Hier stellen sich die Richter auf die Seite der Wettbewerbszentrale. Die vom Beklagten gewählte Bezeichnung erwecke den Eindruck, dass er als Versicherungsunternehmen tätig ist oder es sich um die ausgelagerte Service-Abteilung einer Versicherung handelt, so die Richter. Die gewählte Bezeichnung beinhalte zudem keine ausreichende Aufklärung über die Eigenschaft als Versicherungsvermittler.

Auch der Hinweis auf die Bafin als Aufsichtsbehörde sei irreführend, weil diese keine Aufsicht über Versicherungsvermittler ausübe. Die mögliche Weiterleitung von Beschwerden durch die Bafin an die zuständigen Stellen führe zu keiner „mittelbaren Aufsicht“. Die falsche Angabe stelle ebenfalls einen spürbaren Wettbewerbsverstoß dar, urteilen die Richter.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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2 Antworten

    1. Hallo Herr Bereuter,
      wie es im Text steht: „Versicherungsvermittler hingegen dürfen die gesetzlich geschützten Bezeichnungen nur nutzen, wenn sie mit einem die Vermittlereigenschaft klarstellenden Zusatz versehen sind.“
      Viele Grüße
      Ihr Pfefferminzia-Team

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