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In immer mehr Versicherungsunternehmen hierzulande hält das Thema Nachhaltigkeit Einzug – so gibt es mittlerweile bei 92 Prozent von ihnen einen Nachhaltigkeitsbeauftragten oder eine Abteilung, die für dieses Thema zuständig ist. Das und mehr haben das Analysehaus Morgen & Morgen und die Unternehmensberatung Zielke Research im Rahmen ihres neuen „CSR-Rankings“ herausgefunden.
Betrachtet haben die Analysten dafür die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Environment, Social und Governance – kurz: die ESG-Kriterien. In den ersten beiden Kategorien wurde nach gewissen Kriterien des CSR-Berichtes bewertet, während sich der Bereich Governance auf die Analyse der SFCR-Berichte (Solvabilität und Finanzlage der Versicherer) bezog und daher eine untergeordnete Rolle einnahm.
Das entscheidende Hauptkriterium dabei: „Möchte der Versicherer seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen oder lediglich mithilfe des Berichtes seine Pflicht erfüllen oder schlimmstenfalls sogar Greenwashing betreiben?“
Im Bereich Environment zeigt die Analyse, inwiefern sich der Versicherer bemüht, seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, direkte Emissionen zu berechnen und den CO2-Ausstoß abzumildern. Der Fokus lag hier insbesondere auf der Einbeziehung ökologischer und sozialer Kriterien in die Kapitalanlagepolitik.
Der Bereich Social legt offen, inwieweit der Versicherer Verantwortung gegenüber verschiedenen internen und externen Stakeholdern übernimmt. Im Zuge dessen wurden das Engagement für die eigenen Mitarbeitenden, die Kundinnen und Kunden und die Gesellschaft betrachtet.
Governance bezieht sich auf die Solvabilität des jeweiligen Versicherers und die Transparenz hierzu – und stellt damit langfristige ökonomische Aspekte in den Vordergrund. Außerdem haben die Analysten geprüft, ob es einen Nachhaltigkeitsbeauftragten gibt.
Auf Basis dieser Daten vergaben die Analysten die sogenannten „CSR-Label“, eine Auszeichnung für diejenigen Versicherer, die in puncto Transparenz und Konkretisierung im Bereich Nachhaltigkeit bereits einen guten Job machen. Ein goldenes Label wurde für mehr als 2,5 Punkte, ein silbernes für 1,5 -bis 2,49 Punkte und ein bronzenes für 0,5 bis 1,49 Gesamtpunkte an die Versicherer verliehen.
50 Versicherer kamen unter die Lupe, 14 davon erhielten das Gold-Label. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es erst vier. Auch die Zahl der für „Silber“ qualifizierten Gesellschaften nahm um vier weitere Versicherer, auf nun 14 zu. Mit neun Versicherern sind drei Gesellschaften weniger in der Bronze-Kategorie vertreten als im vergangenen Jahr.
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„Wir konnten bei unserer Auswertung einen spannenden Wettbewerb unter den Versicherern beobachten, welcher uns ebenfalls zeigt, dass die Versicherungsbranche ihren Handlungsbedarf begriffen, eruiert und verantwortungsvoll in die Hand genommen hat“, fasst Carsten Zielke von Zielke Research zusammen. „Somit entsteht die Neugier, sich mit anderen messen zu wollen und zu können, ohne aus den Augen zu verlieren, dass alle gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen – Klimaneutralität.“
Die Auswertung zeigt zudem: Rund 62 Prozent der Versicherer legen ihre nachhaltigen Maßnahmen offen – wie zum Beispiel die Nutzung von Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken, die Umstellung der Fuhrparks, Umbaumaßnahmen mit nachhaltigen Materialien, Dachflächenbepflanzungen, Austausch alter Geräte gegen neue und energiesparende Modelle, Ladesäulen, Jobticketangebote, E-Bike-Leasing Angebote, Streichung von Dienstreisen sowie die Umstellung auf virtuelle Meetings. 14 Unternehmen machen noch keine Angaben dazu, ob sie Ökostrom beziehen.
Zudem untersuchten die Analysten, inwieweit die Versicherer bereits ESG in ihre Nichtleben-Produkte integrieren. Ergebnis: Von den 50 geprüften Versicherern machen das bereits 29 Versicherer; so bieten sie etwa im Bereich Kfz vergünstigte Konditionen für E-Bikes oder Elektrofahrzeuge an. Auch haben sie etwa Versicherungsprodukte zur Absicherung von Photovoltaikanlagen und Windparks in ihrem Portfolio. Im Bereich der privaten Krankenvollversicherung zählt hier etwa das Angebot von Online-Sprechstunden mit Ärzten. Im Bereich Hausrat und Haftpflicht ist etwa der Grundsatz „zuerst reparieren statt ersetzen“ explizit formuliert.
Und: 44 Prozent der Unternehmen sind in Sachen Inklusion transparent und zeigen hier ihre Quote (Vorjahr: 21 Prozent). Die Inter Versicherungsgruppe ist hier Vorreiter mit einer Schwerbehindertenquote von 7 Prozent. Der Durchschnitt der Versicherer für das Berichtsjahr 2020 liegt bei 5,87 Prozent (Vorjahr: 5,40 Prozent).
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