Allzu viel weiß man noch nicht darüber, wie die vermeintliche Revolution des Versicherungsmarktes aussehen könnte. Fakt ist bislang, dass der Online-Händler Amazon ein Versicherungsteam am Standort London aufbauen will, um europaweit an „disruptiven Veränderungen“ in der Branche zu arbeiten, wie es in einer Stellenanzeige heißt.
Gleichsam ist diese Nachricht ein Weckruf für die Top-Manager der Versicherungswirtschaft. Denn dass der Markteintritt des weltgrößten Versandhändlers eine ganze Branche umwälzen könnte, dessen ist sich auch Oliver Bäte, Chef eines der weltgrößten Versicherungskonzerne, namentlich Allianz, bewusst.
Eigentlich könnte der Versicherungsmanager angesichts der guten Zahlen für das Jahr 2017 mit einer gehörigen Portion Optimismus in die Zukunft schauen – ja wäre da nicht, nun ja, Amazon.
„Amazon ist viel wichtiger für uns, als es die traditionellen Wettbewerber sind“, sagte Bäte am vergangenen Freitag anlässlich der Präsentation der Geschäftszahlen für 2017 (hier geht es zum Video der Bilanzmedienkonferenz).
Bäte bringt Allianz als Partner ins Spiel
Obwohl sie keine Lizenz für das Versicherungsgeschäft hätten, würden Internet-Konzerne wie Amazon und Google schon heute nach den Gewinnen der Versicherer greifen, so Bäte. So würde etwa Google von den Versicherern hohe Preise für die Klicks auf deren Anzeigen verlangen. „Das ist manchmal mehr, als wir für klassische Vermittler zahlen“, sagte der Manager.
Gleichwohl sieht Bäte in Amazon nicht nur einen Rivalen, sondern auch einen möglichen Partner. Da eine künftige Versicherungsplattform von Amazon über Ländergrenzen hinweg funktionieren werde, käme die Allianz als europaweit vertretener Partner in Frage, mutmaßte Bäte. Begründung: „Amazon hat keine Lust, in jedem Land mit einem anderen Versicherer zusammenzuarbeiten.“
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