Kleine Anfrage zur Zinszusatzreserve im Bundestag

„Erhebliche Belastung für die Erträge der Lebensversicherer“

8,4 Milliarden Euro mussten die deutschen Lebensversicherer 2014 der Zinszusatzreserve zuführen. Der Puffer für höher verzinste Bestandsverträge ist damit auf 21,2 Milliarden Euro angewachsen. Bezahlen müssen das vor allem Neukunden.
© Getty Images
EZB-Präsident Mario Draghi: Der Super-Mario der niedrigen Zinsen verursacht, dass die Lebensversicherer der Zinszusatzreserve immer mehr Geld zuführen müssen.

Die aktuellen Zahlen gehen aus einer Kleinen Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel Online berichtet.

Das Geld aber, was in die Reserve für höher verzinste Bestandsverträge fließt, muss ja auch irgendwo herkommen. Eine Stellschraube ist dabei die Überschussbeteiligung. Die Überschüsse aus, die an neue Kunden und jüngere Verträge ausgeschüttet werden, sinken.

Kritiker würden auch bemängeln, dass die Gelder, die in die Zusatzreserve fließen, keine Eigenmittel des Unternehmens, sondern zum Großteil Beiträge der aktuellen Versicherten seien, berichtet der Spiegel weiter. „Die Versicherer bunkern das Geld der Versicherten und rechnen sich selbst arm“, so die Linken-Abgeordnete Susanna Karawanskij. In Österreich zum Beispiel sei es dagegen ausdrücklich untersagt, dass die Unternehmen die Zinsreserve aus Beiträgen Versicherter aufbauten. Eine solche Regelung brauche man auch in Deutschland.

Auch in den kommenden Jahren dürfte es noch die Notwendigkeit für eine Zinszusatzreserve geben. Ein „erheblicher Anstieg“ der Reserve sei absehbar, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linken-Fraktion. Man sei sich „bewusst, dass eine erhebliche Belastung auf die Ertragslage der Lebensversicherungsunternehmen zukommt“.

Dennoch sei ein weiterer Ausbau der Zinszusatzreserve notwendig, „weil sonst in der Zeit nach 2019 die Erfüllbarkeit der Lebensversicherungsverträge stark gefährdet wäre“.

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