Franke und Bornberg

BU-Markt: Neues Rating stellt Stabilität in den Vordergrund

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein Bewertungsverfahren für Berufsunfähigkeitsversicherungen grundlegend überarbeitet. Erstmals fließen Nachhaltigkeitskriterien in die Note ein – und die finanzielle Stabilität der Anbieter zählt künftig stärker als bisher.
Mann mit Rückenschmerzen bei der Arbeit im Büro, hält sich den unteren Rücken.
© The Yuri Arcurs Collection/Freepik
Rückenprobleme können mitunter zu Berufsunfähigkeit führen.

Franke und Bornberg hat sein BU-Rating 2026 in drei wesentlichen Punkten aktualisiert. Die Versichererstabilität – also Prämienentwicklung, Risikoüberschüsse und kalkulatorische Risiken – fließt nun stärker in die Gesamtbewertung ein.

Neu hinzu kommt erstmals ein Nachhaltigkeits-Score, der Anbieter anhand von über 250 Einzelkriterien in sechs Themenbereichen bewertet – von Ressourcenmanagement bis zu nachhaltigen Investments. Zudem wurden die Leistungskriterien, etwa zur Arbeitsunfähigkeitsklausel und zu Kapitalleistungen bei Leistungseinstellung, präzisiert und neu gewichtet.

Hoher Preisdruck rückt Stabilität in den Mittelpunkt

Der Hintergrund dieser Überarbeitung ist ein strukturelles Problem im BU-Markt: Einzelne Anbieter liegen mit ihren Prämien mehr als 40 Prozent unter dem Marktdurchschnitt. Gleichzeitig wachsen die Leistungsversprechen – mit umfangreicheren Nachversicherungsgarantien und schlankerer Risikoprüfung.

Seit 2010 haben mehr als 20 Anbieter ihre Risikoüberschüsse teils massiv gesenkt. Geschäftsführer Michael Franke warnt: „Ein günstiger Tarif heute ist keine Garantie für einen stabilen Tarif morgen – das zeigt der Blick auf die Überschussentwicklung der vergangenen Jahre nur allzu deutlich. Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität – und das zahlen am Ende die Versicherten.“

Das Rating-Ergebnis

Die Ergebnisse des neuen Ratings fallen trotzdem positiv aus. Von 190 analysierten BU-Tarifen aus 52 Versichererhäusern erreichen 31 Prozent die Bestnote FFF+ („hervorragend“), 46 Prozent erhalten FFF („sehr gut“). Kein Tarif fällt unter F+.

Beim ebenfalls überarbeiteten Rating zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) wurden 22 Tarife von 11 Versicherern untersucht – alle landen mindestens im „guten“ Bereich, knapp 18 Prozent erzielen die Höchstnote.

>> Die vollständigen Rating-Ergebnisse gibt es hier

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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