Hitliste der Allfinanzvertriebe

Selbst die DVAG wächst nicht mehr

Für die meisten Allfinanzvertriebe ist die Goldgräberstimmung erst einmal passé. Das legt zumindest ein Blick in die aktuelle „Hitliste der Allfinanzvertriebe“ nahe, die das Finanzmagazin „Cash.“ zum nunmehr 33. Mal veröffentlicht hat. Selbst der unangefochtene Spitzenreiter – die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – schwächelt und verzeichnet nach schier endlosem Dauerwachstum leichte Einbußen. Hier geht es zu den Hintergründen und zur Übersicht.
© DVAG
Lars Knackstedt, Vorstand der Deutschen Vermögensberatung (DVAG)

Volle Kraft zurück statt neuer Wachstumsrekorde: Laut der aktuellen „Hitliste der Allfinanzvertriebe“, die das Finanzmagazin „Cash.“  auch in diesem Jahr wieder erhoben hat, musste die Branche im vergangenen Jahr überwiegend mit Ertragseinbußen fertig werden. Inflation und hohe Energiekosten haben offenbar bei vielen Deutsche Hemmungen ausgelöst, sich um ihre Versorgung im Alter zu kümmern.

15 Allfinanzvertriebe und sechs Spezialvertriebe (64 Prozent) mussten demzufolge im Vergleich zu 2021 Verluste hinnehmen. Nur 36 Prozent der Unternehmen gelang es, ihre Provisionserlöse zu steigern – im Vorjahr waren es noch satte 86 Prozent. Zwar bewegten sich die Einbußen in der Regel in einem moderaten Umfang, aufgrund der Häufigkeit seien diese aber doch gravierend“, wie Cash. schreibt.

Nur drei Allfinanzvertrieben gelang es noch, zweistellige Wachstumsraten bei den Provisionserlösen zu erzielen – 2021 waren es immerhin 16. Selbst der erfolgsverwöhnte Musterschüler – die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – verzeichnete ein kleines Minus. Mit Provisionserlösen von 2,2 Milliarden Euro bleibt die DVAG zwar der unangefochtene Spitzenreiter unter den Allfinanzvertrieben/Strukturvertrieben, doch gegenüber dem Zuwachs von 13,06 Prozent im Jahr 2021 wirken die Erlöseinbußen von 1,62 Prozent durchaus heftig.

DVAG-Vorstand Lars Knackstedt dürfte das sicherlich anders sehen. Gegenüber Cash. betonte er, dass die DVAG allen Herausforderungen zum Trotz, ihren Erfolgsweg seit Jahren beständig fortsetze. In wirtschaftlich unruhigen Zeiten hat unsere Finanzberatung auch im vergangenen Jahr erneut die Umsatzschwelle von zwei Milliarden Euro deutlich übertroffen“, so Knackstedt. Und weiter: „Die hohe Eigenkapitalquote macht uns krisensicher und weitgehend unabhängig vom Kapitalmarkt. Mit unserem besonderen Geschäftsmodell sind wir exzellent für die Zukunft aufgestellt.“

In unserer Bildstrecke stellen wir Ihnen die zehn umsatzstärksten Allfinanzvertriebe in aufsteigender Reihenfolge vor.

Ist seit März 2019 Vertriebsvorstand der Eschborner Finanzberatungsgesellschaft Formaxx AG: Lars Breustedt. Foto: Formaxx
Rang:

10 (Vorjahr: 10)

Gesellschaft:

Formaxx/Mayflower

Provisionserlöse 2022:

32,44 Millionen Euro

Provisionserlöse 2021:

30,32 Millionen Euro

Veränderung zum Vorjahr:

6,98 Prozent

Beraterzahl:

Über 250 (Vorjahr: über 240)

Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC Group, Mutterhaus der Finum Gruppe. Foto: JDC Group
Rang:

9 (Vorjahr: 9)

Gesellschaft:

Finum Gruppe

Provisionserlöse 2022:

34,69 Millionen Euro (inklusive 11,42 Millionen Euro Provisionen Ausland)

Provisionserlöse 2021:

36,57 Millionen Euro (inklusive 10,72 Millionen Euro Provisionen Ausland)

Veränderung zum Vorjahr:

minus 5,14 Prozent

Beraterzahl:

Circa 250 (Vorjahr: 300)

Die Bonnfinanz hat ihren Sitz an der Soenneckenstraße. Foto: Bonnfinanz
Rang:

8 (Vorjahr: 8)

Gesellschaft:

Bonnfinanz

Provisionserlöse 2022:

47,80 Millionen Euro 

Provisionserlöse 2021:

58,40 Millionen Euro 

Veränderung zum Vorjahr:

minus 18,15 Prozent

Beraterzahl:

370 (Vorjahr: 413)

Michael Heinze, Vorstandsvorsitzender der Global-Finanz aus Bonn. Foto: Global-Finanz
Rang:

7 (Vorjahr: 7)

Gesellschaft:

Global Finanz

Provisionserlöse 2022:

66,74 Millionen Euro 

Provisionserlöse 2021:

69,35 Millionen Euro 

Veränderung zum Vorjahr:

minus 3,76 Prozent

Beraterzahl:

356 (Vorjahr: 354)

Kingyi Fuchs gehört dem Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG seit März 2018 an. Foto: Dr. Klein
Rang:

6 (Vorjahr: 6)

Gesellschaft:

Dr. Klein

Provisionserlöse 2022:

135,0 Millionen Euro 

Provisionserlöse 2021:

140,0 Millionen Euro

Veränderung zum Vorjahr:

minus 3,57 Prozent

Beraterzahl:

650 (Vorjahr: 680)

Zentrale der Telis FinancialServices Holding AG in Regensburg. Foto: Telis 

Rang:

5 (Vorjahr: 5)

Gesellschaft:

Telis Finanz

Provisionserlöse 2022:

174,20 Millionen Euro 

Provisionserlöse 2021:

171,70 Millionen Euro 

Veränderung zum Vorjahr:

1,46 Prozent

Beraterzahl:

1.906 (Vorjahr: 1.805)

Niederlassung des Kölner Finanzdienstleisters OVB. Foto: picture alliance / Rainer Hackenberg | Rainer Hackenberg
Rang:

4 (Vorjahr: 4)

Gesellschaft:

OVB

Provisionserlöse 2022:

331,90 Millionen Euro (inklusive 270,70 Millionen Euro Provisionen Ausland)

Provisionserlöse 2021:

320,80 Millionen Euro (inklusive 256,3 Millionen Euro Provisionen Ausland)

Veränderung zum Vorjahr:

3,49 Prozent

Beraterzahl:

5.772 (Vorjahr: 5.603)

Die Endkundenvertriebe von Swiss Life Deutschland, darunter Swiss Life Select, Tecis, Horbach Wirtschaftsberatung sowie Deutsche Proventus, verteidigen den dritten Platz. Foto: Swiss Life
Rang:

3 (Vorjahr: 3)

Gesellschaft:

Swiss Life Holding GmbH

Provisionserlöse 2022:

680,70 Millionen Euro 

Veränderung zum Vorjahr:

0,21 Prozent

Beraterzahl:

5.943 (Vorjahr: 5.573)

Den zweiten Rang belegt wie im Vorjahr der Wieslocher Finanzdienstleister MLP. Foto: MLP
Rang:

2 (Vorjahr: 2)

Gesellschaft:

MLP

Provisionserlöse 2022:

842,40 Millionen Euro (Erlöse aus Provisionen und Honoraren)

Veränderung zum Vorjahr:

minus 3,91 Prozent

Beraterzahl:

2.100 (Vorjahr: 2.083)


Spitzenreiter DVAG mit Sitz in Frankfurt übertrifft trotz leichter Einbüßen erneut die 2-Milliarden-Euro-Erlösmarke deutlich. Foto: DVAG
Rang:

1 (Vorjahr: 1)

Gesellschaft:

DVAG

Provisionserlöse 2022:

2.204,60 Millionen Euro 

Provisionserlöse 2021:

2.240,90 Millionen Euro 

Veränderung zum Vorjahr:

minus 1,62 Prozent

Beraterzahl: 

Über 18.000 (Vorjahr: unverändert)

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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