Bafin sucht Dialog mit Finfluencern

„Haben es geschafft, Menschen für Finanzen zu interessieren“

Christian Bock, Abteilungsleiter Verbraucherschutz bei der Bafin, sieht in seriösen Finfluencern großes Potenzial für die Finanzbildung. Er erinnert aber auch an die rechtlichen Grenzen.
Die meisten Finfluencer arbeiten seriös, sagt Christian Bock, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz bei der Bafin.
© DC Studio/Magnific
Die meisten Finfluencer arbeiten seriös, sagt Christian Bock, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz bei der Bafin.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) will den Austausch mit Finfluencern ausbauen. Das sagt Christian Bock, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, in einem Interview. Anlass war der „Finfluencer-Talk“, zu dem die Bafin vor Kurzem eingeladen hatte, obwohl sie Finfluencer gar nicht beaufsichtigt.

Bock würdigt, dass Finfluencer über Instagram, Tiktok und andere Plattformen Millionen Menschen erreichen. Sie hätten es geschafft, vor allem junge Menschen für Finanzthemen zu interessieren. „Das ist eine große Leistung, die wir anerkennen“, sagt Bock. Seriöse Finfluencer könnten Aufklärung und Finanzbildung weiter stärken.

Komplexe Themen, einfach vermitteln

Die Aufsicht könne von ihnen lernen, so Bock: „Zum Beispiel, welche Themen ihre Followerinnen und Follower zurzeit bewegen. Oder wie man komplexe Themen eingängig vermittelt.“

Im Mittelpunkt des Treffens stand allerdings die Frage, wie Finfluencer ihre Inhalte rechtssicher gestalten. Bock: „Dabei haben wir festgestellt, dass das Vorwissen über die regulatorischen Anforderungen im Finanzsektor unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Es gab also reichlich Gesprächsstoff.“

Meist seriös, einige schwarze Schafe

Der Verbraucherschutz-Experte betont, dass sehr viele Finfluencer redlich und seriös arbeiteten, es aber auch schwarze Schafe gebe. Finfluencer bewegten sich nicht im rechtsfreien Raum. Ohne entsprechende Erlaubnis dürften sie weder Anlageberatung noch Anlagevermittlung erbringen. Zudem müssten sie transparent machen, wenn sie mit Kooperationen mit Finanzinstituten oder mit Werbung Geld verdienen. „So etwas muss in ihren Inhalten deutlich werden. Auch angesichts solcher Themen haben wir als Aufsicht ein Interesse daran, den Dialog weiter zu führen“, erklärt Bock.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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