Eine Schwemme von Gütesiegeln und ähnlichen Bewertungen schmücken Produkte aller Art. Auch Versicherer sind bereit, in die Tasche zu greifen, um mit solchen Auszeichnungen externer Prüfanbieter und Bewertungsportalen ihre Produkte aufzuwerten, in der Hoffnung auf besseren Absatz. Lohnt das?
Heute und Morgen hat die Wirkung von Gütesiegeln in der Versicherungswirtschaft untersucht. Die Marktforscher haben 49 solcher Siegel und Auszeichnungen für die Branche ausgemacht. Allgemein bekannt bei potenziellen Kunden sind davon allerdings gar nicht so viele.
Befragt wurden 3.000 Versicherungsentscheider ab 18 Jahren – mit besonderem Fokus auf jene Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten eine Versicherung neu abgeschlossen oder gewechselt haben, oder dies in den kommenden zwölf Monaten planen.
Die große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) kennt – bei ungestützter Befragung – keinerlei Gütesiegel oder Ähnliches bei Versicherungsprodukten. Auf die Sprünge geholfen hat eine bildlich gestützte Abfrage. Hier führen im Bekanntheitsranking Stiftung Warentest (83 Prozent) und Öko-Test (78 Prozent), gefolgt von Check24 (67 Prozent), Trusted Shops (65 Prozent), TÜV Süd (63 Prozent) sowie Trustpilot (61 Prozent) und TÜV Rheinland (52 Prozent). Viele Gütesiegel – auch branchenintern namhafter Anbieter – sind bei den meisten Kunden kaum bekannt.
Nur 52 Prozent der Umfrageteilnehmer, die kürzlich abgeschlossen oder gewechselt haben, sind bei der Informationssuche Gütesiegel oder kundenbewertungsbasierte Auszeichnungen aufgefallen – und zwar vornehmlich auf Vergleichsportalen oder Versicherer-Homepages. Nur für jeden Fünften davon, waren diese ein ausschlaggebendes Kriterium für die Auswahl. Deutlich wichtigere Entscheidungskriterien sind für viele Preis, Leistungsumfang und Zusatzleistungen. Für ein Viertel ist auch die Verfügbarkeit von persönlicher Beratung ein relevanter Aspekt.
Auch wenn externe Prüfsiegel und Kundenbewertungen selten für die Entscheidung wirklich den Ausschlag geben, so stellen sie für Michaela Brocke, Geschäftsführerin bei Heute und Morgen, dennoch einen möglichen Baustein dar, um Vertrauen im Versicherungsmarkt zu stärken. Sie rät aber davon ab, sie wahllos zu nutzen.
„Versicherer sollten Siegel integrierter, konkreter und zielgruppenspezifisch einsetzen – statt als isolierte Aufkleber oder Anhängsel.“ Als „siegelgeneigt“ zeigen sich jüngere, digital affine und wechselorientierte Kundengruppen. Frauen sind generell etwas siegelaffiner als Männer.
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