Bei Nichterfüllen der Kapitalanforderungen

Bafin droht Lebensversicherern mit Lizenzentzug

Die Lebensversicherer ächzen zunehmend unter der Last der Niedrigzinsen – und die Finanzaufsicht Bafin hat den Druck nun noch mehr erhöht: Sollte sich abzeichnen, dass einige Anbieter im Jahr 2032 die Solvency-II-Kapitalanforderungen nicht mehr erfüllen können, will die Behörde ihnen die Lizenz für das Neugeschäft entziehen.
© Bafin
Ist oberster Versicherungsaufseher der Bafin: Frank Grund.

Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin droht Lebensversicherern mit dem Entzug der Lizenz für das Neugeschäft, sollte sich abzeichnen, dass sie 2032 die Kapitalanforderungen der EU-Richtlinie Solvency II nicht mehr erfüllen können. Darüber berichtet die „Börsen-Zeitung“.

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„Ob da jeder in zehn Jahren noch eine Lizenz zum Neugeschäft haben wird, kann ich nicht sagen“, sagte Bafin-Exekutivdirektor Frank Grund im Gespräch mit der Zeitung. Laut der Bafin erfüllt derzeit ein Viertel der Lebensversicherer hierzulande die geforderte Solvenz-Kapitalquote nur mithilfe der seit 2016 geltenden Übergangsmaßnahmen. Diese Versicherer würden von der Behörde deshalb nun genauer beobachtet. Grund rechne zudem damit, „dass auch wegen Corona die Zahl der Lebensversicherer unter intensivierter Aufsicht steigen wird“, verriet er der Zeitung.

Eine Entlastung könne immerhin die sinkende Zinszusatzreserve bringen, so Grund weiter: 2020 mussten die Lebensversicherer zwar noch rund 11 Milliarden Euro zurücklegen, für das laufende Jahr rechne er noch mit 10,4 Milliarden und für 2022 dann nur noch mit circa 9 Milliarden Euro. „Von 2023 an wird die jährliche Summe dann voraussichtlich weiter sinken“, fügte Grund im Interview mit der Börsen-Zeitung hinzu.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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Eine Antwort

  1. Seit 2004 ist die Betriebliche Altersvorsorge zum Krüppel umgestaltet worden, das ist aber den Versicherungsgesellschaften und den Politikern „Wurst“… sie knüppeln weiter. Das Thema „Direkt-Versicherung“ in wenigen Sätzen:
    1.Kein Mensch hätte in Kenntnis des hinterlistigen Betrugs je eine Direktversicherung abgeschlossen
    2.Die zugesicherten Eigenschaften waren ergänzende Altersvorsorge zur nicht reichenden Rente; und nicht „abkassieren“ einer wehrlosen Bevölkerungsgruppe.
    3.Wir wurden vom Gesetzgeber über lange Jahre systematisch getäuscht auf Basis einer grundlegenden strategischen Entscheidung, marode Krankenkassen zu sanieren.
    4.Unsere Arglosigkeit und Vertrauen sind gezielt ausgenutzt worden
    5.Das ist verwerflich und mit den grundlegenden Wertungen der Rechts- und Sittenordnung nicht zu vereinbaren
    Unser Schaden liegt darin, dass wir eine Kapital-Lebensversicherung bekommen habe, die für unsere Zwecke nicht brauchbar war, da die Politik die Verträge rückwirkend zur Sinnlosigkeit machte.

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