Bafin stellte zehn Fragen zum Geld

Wo die Lücken im Finanzwissen am größten sind

Die deutsche Finanzaufsicht wollte wissen, wie es ums Finanzwissen hierzulande bestellt ist. Das Ergebnis offenbart Luft nach oben, zeigt aber auch Unterschiede zwischen Bildungsgrad, Geschlechtern und Altersgruppen. Am Ende dieses Textes können Sie sich übrigens selbst mal an den Testfragen versuchen.
V.l.n.r.: Finanzminister Christian Lindner, Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (beide FDP) und Moderatorin Carola Ferstl bei der Startveranstaltung Aufbruch finanzielle Bildung am 23. März 2023 in Berlin
© picture alliance / Flashpic | Jens Krick
V.l.n.r.: Finanzminister Christian Lindner, Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (beide FDP) und Moderatorin Carola Ferstl bei der Startveranstaltung Aufbruch finanzielle Bildung am 23. März 2023 in Berlin

Eine Studie der Finanzaufsicht Bafin bestätigt: Die Deutschen kennen sich mit Geld nicht allzu gut aus. Im Rahmen einer Studie zum Finanzwissen beantworteten nur 21 Prozent der Teilnehmer alle zehn Fragen zum Thema Geld korrekt. „Sie haben damit ein umfangreiches Basiswissen“, folgern die Studienautoren der Bafin daraus. Im Durchschnitt beantworteten die Teilnehmer acht Fragen richtig. 31 Prozent schafften das jedoch nicht.

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Die Studie zur finanziellen Bildung ist Teil einer Befragung, die das Internationale Netzwerk zur Finanziellen Bildung (International Network on Financial Education – INFE) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt und koordiniert hat. In Deutschland erhebt die Bafin die Daten.

Bei einigen Gruppen lassen sich demnach Schnittmengen beobachten. So schlugen sich Frauen und Ältere im Test eher unterdurchschnittlich. Frauen beantworteten 7,6 Fragen richtig, Männer hingegen 8,4. Teilnehmer von 60 bis 79 Jahren brachten es ebenfalls auf 7,6 richtige Antworten, die Jüngeren schafften 8,2.

Frauen kennen sich insbesondere bei der Geldanlage nicht so gut aus wie Männer. So beantwortete jede dritte Frau eine Frage zum Zinseszinseffekt falsch oder mit „weiß nicht“. Bei den Männern waren es 18 Prozent. Zweites Beispiel: 20 Prozent der Frauen stellten den Zusammenhang zwischen Erträgen und Risiken falsch her. Bei den Männern waren es 11 Prozent. Und ob Kryptowährungen gesetzliche Zahlungsmittel sind, wussten 57 Prozent der Frauen, aber 75 Prozent der Männer.

Das Bild lässt sich offenbar auf das Thema Altersvorsorge übertragen. Denn 32 Prozent der Frauen holen sich bei dem Thema Hilfe vom Partner. Umgekehrt tun das lediglich 21 Prozent der Männer. 30 Prozent der Frauen, aber 40 Prozent der Männer bauen bei der Altersvorsorge auf Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds.

Außerdem lassen sich Zusammenhänge zwischen Bildungsabschluss und Finanzwissen ausmachen. Teilnehmer mit Abitur, Meisterprüfung oder Hochschulabschluss bewältigten im Schnitt 8,5 Fragen korrekt. Wer so einen Abschluss nicht hat, brachte es auf lediglich 7,1 richtige Antworten.

Insgesamt zeige die Studie „Verbesserungspotential“, heißt es von der Bafin. Weshalb sie in ihrer Verbraucherschutzstrategie einen entsprechenden Schwerpunkt festgelegt hat. Außerdem unterstützt sie die Bundesregierung bei ihrer Initiative zur Finanziellen Bildung.

Wie hätten Sie eigentlich bei dem Test abgeschnitten? Hier sind die Fragen, die man entweder frei oder mit Richtig, Falsch oder „weiß nicht“ beantworten sollte.
  • Hohe Inflation bedeutet, dass die Lebenshaltungskosten rasch steigen.
  • Angenommen, Sie leihen einem Freund abends 25 Euro und er gibt Ihnen am nächsten Tag 25 Euro zurück. Wie viele Zinsen hat er auf diesen Kredit gezahlt?
  • In einem Jahr bekommen Sie 1.000 Euro ausgezahlt und die Inflationsrate beträgt konstant 3%. Können Sie sich nach diesem Jahr mit diesen 1.000 Euro mehr, genauso viel oder weniger kaufen, als Sie es heute können?
  • Persönliche Daten, die ich ins Internet stelle, können dazu verwendet werden, mir gezielt personalisierte Werbung oder finanzielle Angebote zu unterbreiten.
  • Normalerweise lässt sich das Anlagerisiko am Aktienmarkt verringern, indem man eine Vielzahl verschiedener Aktien kauft.
  • Eine Geldanlage mit hoher Rendite ist wahrscheinlich sehr risikoreich.
  • Sie legen 100 Euro auf einem gebührenfreien Sparkonto mit einem garantierten Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr an. Wie hoch wäre der Kontostand einschließlich Zinsen am Ende des ersten Jahres?
  • Wie hoch wäre der Kontostand nach fünf Jahren, wenn der Zins am Ende jedes Jahres angespart würde? Das Konto ist gebühren-/steuerfrei.
  • Kryptowährungen sind genau wie Banknoten und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel.
  • Damit ein digitaler Finanzvertrag rechtskräftig ist, muss man ihn zusätzlich auf Papier unterzeichnen.

Die richtigen Antworten finden Sie auf der nächsten Seite.

Hier sind die Antworten zu den Finanzfragen der Bafin (Anteil korrekter Antworten in Prozent in Klammern)

  • Hohe Inflation bedeutet, dass die Lebenshaltungskosten rasch steigen. Richtig (97 Prozent)
  • Angenommen, Sie leihen einem Freund abends 25 Euro und er gibt Ihnen am nächsten Tag 25 Euro zurück. Wie viele Zinsen hat er auf diesen Kredit gezahlt? Keine (94 Prozent)
  • In einem Jahr bekommen Sie 1.000 Euro ausgezahlt und die Inflationsrate beträgt konstant 3%. Können Sie sich nach diesem Jahr mit diesen 1.000 Euro mehr, genauso viel oder weniger kaufen, als Sie es heute können? Weniger (91 Prozent)
  • Persönliche Daten, die ich ins Internet stelle, können dazu verwendet werden, mir gezielt personalisierte Werbung oder finanzielle Angebote zu unterbreiten. Richtig (90 Prozent)
  • Normalerweise lässt sich das Anlagerisiko am Aktienmarkt verringern, indem man eine Vielzahl verschiedener Aktien kauft. Richtig (85 Prozent)
  • Eine Geldanlage mit hoher Rendite ist wahrscheinlich sehr risikoreich. Richtig (85 Prozent)
  • Sie legen 100 Euro auf einem gebührenfreien Sparkonto mit einem garantierten Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr an. Wie hoch wäre der Kontostand einschließlich Zinsen am Ende des ersten Jahres? 102 Euro (82 Prozent)
  • Wie hoch wäre der Kontostand nach fünf Jahren, wenn der Zins am Ende jedes Jahres angespart würde? Das Konto ist gebühren-/steuerfrei. 110,41 Euro (74 Prozent)
  • Kryptowährungen sind genau wie Banknoten und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel. Falsch (66 Prozent)
  • Damit ein digitaler Finanzvertrag rechtskräftig ist, muss man ihn zusätzlich auf Papier unterzeichnen. Falsch (45 Prozent)

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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