Banken seien schlechter mit Kapital ausgestattet und in Krisen viel verwundbarer als die Versicherungsbranche, warnt Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte Medienberichten zufolge auf einer Branchenkonferenz der Rating-Agentur Standard & Poor’s. „Alle Warnlampen im Risikomanagement leuchten rot“, wird er zitiert. Und weiter: „Das Finanzsystem wird nicht sicherer, es wird wieder gefährlicher.“
Insbesondere bei den Bewertungen in der Technologiebranche und in der Autoindustrie gebe es „irrationale Übertreibung“. Zudem kritisierte der Allianz-Chef die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa wegen ihres Umgangs mit der Assekuranz im Laufe der Pandemie. Keine Dividenden zahlen zu dürfen und die Aktienrückkäufe zu stoppen, sei „ein Desaster“, so Bäte. Es sei das „totale Chaos“ auf europäischer Ebene entstanden und habe viele Investoren abgeschreckt, in Versicherungsunternehmen zu investieren.
Lobend erwähnte er dagegen die Behörden hierzulande und in der Schweiz. Sie hätten sich „superdiszipliniert“ an dem risikobasierten Regelwerk orientiert und kapitalstarken Versicherern Dividenden erlaubt. Er hoffe auf das verstärkte Engagement von Finanzinvestoren in der Branche, die alte Lebensversicherungsbestände übernähmen. So könnten Kapitalkosten gesenkt werden.
Auf die Verluste des Allianz Global Investor Fonds Structured Alpha und den Ermittlungen in den USA (wir berichteten) ging Oliver Bäte den Berichten zufolge nicht ein.
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