Ab 2022

Neue Regeln sollen Cyber-Sicherheit von Autos verbessern

Die Digitalisierung macht auch vor unseren Autos nicht Halt – das wiederum öffnet Hackern nie dagewesene Türen. Aus diesem Grund soll es ab 2022 verschiedene Regelungen geben, die Autohersteller trotz aller digitalen Schnittstellen zu mehr Cyber-Sicherheit zwingen sollen.
© picture alliance/ PIXSELL/Igor Soban
Bildschirme in einem Auto: Die Digitalisierung von Fahrzeugen schreitet immer weiter voran.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des TÜV Rheinland halten rund 70 Prozent der Autofahrer einen Cyber-Angriff auf ihr Fahrzeug für sehr unwahrscheinlich. Rund 20 Prozent sehen das anders. „Cyber-Angriffe auf Fahrzeuge sind möglich, wie Forscher 2015 gezeigt haben“, sagt auch Benedikt Westermann vom TÜV Rheinland. Ab 2022 soll es daher neue Sicherheitsvorgaben für Automobilhersteller geben.

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Vor 20 Jahren waren Autos in der Regel noch in sich geschlossene Systeme. Heute jedoch verfügen sie über eine Vielzahl an digitalen Schnittstellen zur Außenwelt, wie WLAN, Bluetooth oder LTE-Verbindungen zu den Herstellern. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren werden diese Schnittstellen durch Fahrerassistenzsysteme, Kameras und Sensoren noch in erheblichem Maße zunehmen und die ohnehin schon vorhandenen Angriffsflächen für Cyber-Kriminelle entsprechend vergrößern, glaubt man beim TÜV.

Ein Team US-amerikanischer Forscher zeigte 2015, welche Folgen das haben kann: Sie hackten sich aus der Ferne durch eine Sicherheitslücke im Infotainment-System in einen Jeep und erlangten Zugriff auf die Geschwindigkeitsregelung und die Bremsanlage. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten nicht nur die Hersteller die Dringlichkeit in Sachen Cyber-Security im Automobil erkannt.

Arbeit an internationalen Regeln läuft

„Das bedeutet jedoch nicht, dass Fahrer eines Autos sich deshalb sorgen müssen, wenn sie sich in ein Auto setzen“, so Westermann. Während die Hersteller ihre Sicherheitsmaßnahmen stetig intensivieren, arbeiten sie gemeinsam mit Politik, Industrie und unabhängigen Prüfdienstleistern auch an internationalen Regeln für Cyber-Sicherheit und Standards für Straßenfahrzeuge – unter anderem in der UNECE Informal Working Group Taskforce Cybersecurity.

Diese UN-Regelung „Cybersecurity“ soll ab Juni 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 für alle neu zugelassenen Autos, Lastwagen und Busse verpflichtend in der EU werden. „Diese Vorschrift ist ein weiterer wichtiger Schritt für das sichere Fahren. Es verpflichtet alle Hersteller, das Thema Cybersecurity im gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zu bedenken – also von der Entwicklung auf dem Reißbrett bis hin zur Außerbetriebnahme eines Fahrzeugs“, erklärt Westermann.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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