Stiftung Warentest

Schlechte Noten für Energie-Vergleichsportale

Mit wenigen Klicks zum günstigen Strom- oder Gastarif – das versprechen Vergleichsportale. Doch stimmt das wirklich? Die Stiftung Warentest hat aktuell acht Anbieter untersucht. Überzeugen konnte dabei keiner so richtig. Besser schneiden dagegen Wechseldienste ab.
© picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
Die steigenden Energiekosten lassen immer mehr Verbraucher nach günstigeren Tarifen suchen.

Die Strom- und Gaspreise steigen rasant. Deshalb suchen immer mehr Menschen auf Vergleichsportalen nach günstigeren Tarifen – schnell und unkompliziert soll ein Wechsel dort sein. Doch wie verbraucherfreundlich sind die Vergleichsrechner im Internet wirklich? Dieser Fragen ist die Stiftung Warentest jetzt nachgegangen. Das Ergebnis: Von acht getesteten Portalen erreichten nur zwei, nämlich Check 24 und Verivox, die Bewertung befriedigend. Fünf Portale schnitten „ausreichend“ ab, ein Anbieter sogar nur mit „mangelhaft“.

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Laut Stiftung Warentest mangelt es bei den Vergleichsportalen vor allem an wichtigen Tarifinformationen und Transparenz. Auch viele Datenschutzerklärungen hätten Defizite. Ein weiterer Kritikpunkt: Vergleichsportale sind nicht neutral. „Bis auf das Energieverbraucherportal, das nur informiert, erhalten Vergleichs­rechner pro vermitteltem Vertrag eine Provision vom Energieversorger. Deshalb erscheinen nach Eingabe von Post­leitzahl und Verbrauch bei fast allen Portalen zunächst nur Angebote, bei deren Vermitt­lung eine Provision fließt“, heißt es im Testbericht.

Vor diesem Hintergrund rät die Stiftung-Warentest Verbrauchern, immer verschiedene Vergleichsportale zu verwenden und auf Kundenbewertungen anderer Nutzer zu achten. Darüber hinaus seien Vergleichs­portale nur dann sinnvoll, wenn man vorhabe, jähr­lich den Strom- oder Gasversorger zu wechseln, um die maximale Ersparnis raus­zuholen. Ansonsten seien Wechseldienste die bessere Wahl.

Was sind Wechseldienste?

Wechsel­dienste – auch Tarif­aufpasser oder Wechsel­service genannt – suchen jedes Jahr den güns­tigsten Tarif für ihre Kunden und übernehmen für sie den kompletten Anbieterwechsel. Fällt dabei eine Ersparnis an, wird eine Service-Gebühr oder Provision berechnet.

In einem Langzeittest über zwei Jahre wollte die Stiftung Warentest herausfinden, wie zuverlässig sieben dieser Dienste arbeiten. Das Ergebnis: Ein Anbieter, Wechselpilot, erhielt die Bewertung „sehr empfehlens­wert“, alle anderen Dienste schnitten mit „empfehlens­wert“ ab.

Alle geprüften Wechseldienste boten laut Warentest günstige Tarifvorschläge an, organisierten den Wechsel für ihre Kunden und leiteten im zweiten Jahr deutlich vor Ablauf der Kündigungsfrist wieder einen Anbieterwechsel ein. Die Ersparnis im Test lag nach Abzug der Kunden­provision im zweiten Jahr zwischen 57 und 401 Euro – abhängig von Wohn­ort, Verbrauch und den aktuellen Kosten. „Das ist ein gutes Ergebnis. Es zeigt, dass sich Wechsel­dienste auch länger­fristig lohnen“, so das Fazit der Tester.

Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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