„Weniger einschneidend als Provisionsdeckel“

Bafin plant Provisionsrichtwerte – BVK protestiert nur verhalten

Die Finanzaufsicht Bafin beabsichtigt, einen sogenannten Provisionsrichtwert in der Lebensversicherung zu entwickeln – und das stößt beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf gemischte Gefühle. Man sei darüber „etwas erstaunt“, erklärte BVK-Präsident Michael Heinz, der den Plan aber offenbar für das kleinere Übel hält.
© picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski
Frankfurter Sitz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Der oberste Versicherungsaufseher Frank Grund hat am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz der Finanzaufsicht Bafin die Katze aus dem Sack gelassen: Die Behörde bastelt an einem Provisionsrichtwert bei Lebensversicherungen – im zweiten Halbjahr 2022 soll dieser startklar sein.

Mit dieser Ankündigung macht die Bafin deutlich, dass sie eine Obergrenze für Provisionen in der Lebensversicherung für unverzichtbar hält. Erst vor wenigen Wochen hatte die Bafin eine Analyse vorgelegt, wonach viele Fondspolicen nur ein maues Preis-Leistungsverhältnis aufwiesen (wir berichteten).

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Beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) gibt man sich dann auch nur mäßig überrascht. Zwar sei der Verband „über diesen Schritt der Bafin etwas erstaunt“, wie BVK-Präsident Michael Heinz am Mittwoch zu Protokoll gab, denn der Gesetzgeber hatte ja schon in der letzten Legislaturperiode „zurecht davon abgesehen“, einen Provisionsdeckel gesetzlich vorzuschreiben, so Heinz.

Zugleich machte der BVK in seiner Stellungnahme deutlich, dass man den Bafin-Plan als das kleinere von zwei Übeln ansieht. So geht Heinz davon aus, dass die Provisionsrichtwerte für die Vermittlerbranche „weniger einschneidend sind als ein gesetzlich vorgeschriebener Provisionsdeckel“. So wolle die Bafin hier „nur diejenigen maßregeln, die überhöhte Vergütungsstrukturen haben. Unsere Mitglieder werden als ehrbare Versicherungskaufleute davon nicht betroffen sein.“ Dazu muss man wissen, dass rund 90 Prozent der BVK-Mitglieder gebundene Vermittler sind, die in der Regel eine geringere Vergütung erhalten als zum Beispiel große Finanzvertriebe.

BVK: Vergütungsmodelle sollten nicht kurzfristigen Erfolg honorieren

Gleichwohl betonte der BVK, dass man Eingriffe in die Vergütungen der Versicherungsvermittler generell kritisch sehe, da sie der „marktwirtschaftlichen Ordnung widersprechen“ und deshalb unangebracht seien. Zudem habe der Vermittlerverband in mehreren Stellungnahmen bei der Debatte um einen Provisionsdeckel darauf hingewiesen, dass die Begrenzung von Provisionen sich nur marginal und vernachlässigbar auf die Rendite von Lebensversicherungen auswirken würde, hieß es weiter.

Ungeachtet dessen setze man sich beim BVK gegenüber den Versicherungsunternehmen „schon seit Längerem dafür ein, qualitative Beratungs- und Vermittlungsleistungen stärker zu berücksichtigen“. Vergütungsmodelle sollten nicht kurzfristigen Erfolg honorieren, so der BVK, sondern eine qualitativ hohe Beratung und Betreuung von Kunden. Dies entspreche auch dem BVK-Berufsbild für Versicherungsvermittler, das geprägt sei „von einem Anspruch auf Qualifikation, Weiterbildung sowie einer Orientierung am freien Unternehmertum und der Ethik des ehrbaren Kaufmanns“.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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Eine Antwort

  1. Der BVK vertritt Beamtenversicherer und Einfirmevertreter, die alle Fixeinkommen, Bestand, Werbeunterstützung und Altersversorgung erhalten.
    Makler werde defininitiv nicht vertreten. Dabei sind Makler die Einzigen die für das BESTE Agebot des gesamten Marktes haften. Der BVK wird auch niemals auf das Pensionsrückstellungsdefizit vo 3 BILLIONEN EURO hinweisen. Damit ist sonnenklar das staatliche Vorsorge nicht finazierbar ist, wird aber immer das günstigere Modell definiert. Für 4% Provision würden Beamte nach 5 Jahren in Pension gehen. Ca. 50% Kosten! Sollte man der Jugend, dem VBS und den Medien mal klarmachen….

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