Wegen möglicher Blockade anderer Reformen

Versicherer sehen erneuten Streit ums Rentenpaket II kritisch

Der neu aufgeflammte Streit um das Rentenpaket II in der Bundesregierung sorgt bei den deutschen Versicherern für Sorgenfalten. Sie befürchten negative Folgen für die dringend benötigten Reformen der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge.
© picture alliance / BMF/photothek.de | Thomas Imo
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) spricht beim Deutschen Steuerberaterkongress in Berlin.

Aktuell streitet die Ampel-Koalition wieder über ein eigentlich schon abgehaktes Projekt: das Rentenpaket II. Die deutschen Versicherer sehen das mit Sorge. Denn sie glauben, dass die Bundesregierung den Streit über die gesetzliche Rente missbrauchen wird, um andere Reformvorhaben zu blockieren.

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„Das Rentenpaket II darf nicht zum Faustpfand für die Reform der betrieblichen und privaten Vorsorge werden“, warnt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Man erwarte, dass die Koalition die Betriebsrentenreform und die lange angekündigte Überarbeitung der privaten Altersvorsorge vorantreibe – und zwar ungeachtet der konkreten Ausgestaltung des Rentenpakets II.

„Am Ausbau der kapitalgedeckten Zusatzvorsorge führt kein Weg vorbei“, so Asmussen weiter. Denn für die meisten Menschen reiche die gesetzliche Rente schon heute nicht aus, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. „Maßnahmen, um die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung zu erhöhen, sind losgelöst von der Frage, wann die Menschen künftig in Rente gehen können“, sagt Asmussen.

Auch die geförderte private Altersvorsorge brauche nach mehr als 20 Jahren ohne Änderungen dringend neue Impulse. „Die Vorarbeit der Fokusgruppe darf nicht versanden, sondern sollte noch in dieser Legislaturperiode in eine Reform münden“, fordert der GDV-Hauptgeschäftsführer. Die Versicherer setzten sich dabei für den Erhalt lebenslanger Leistungen und Mindestgarantien ein. „Beides sind Kernelemente der Alterssicherung – und sollen es auch bleiben.“

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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