Trifft die Prognose wirklich ein, kommt auf die Personalchefs beziehungsweise Personalvorstände in der Versicherungsbranche in den kommenden Jahren ein Haufen Arbeit zu. Stichwort: Personalmangel. Denn dann spielen sie die zentrale Rolle, wenn es darum geht, Unternehmensstrategie, Belegschaft und Arbeitsstrukturen miteinander zu verbinden.
Ohne gute Personalchefs werden Versicherer und Banken die sich massiv öffnenden Kompetenzlücken nicht schließen können. Sie können den digitalen Wandel nicht vorantreiben und damit auch langfristig nicht konkurrenzfähig bleiben.
Das stellt das Personalberatungsunternehmen Robert Half im Rahmen seiner Studie „Future Workforce 2030“ fest. Dafür befragte es 245 Menschen aus den Managementetagen von Versicherern (37,1 Prozent), Banken (42,4 Prozent) und Sparkassen (20,4 Prozent).
Die Studie zeichnet ein für die Branche nicht gerade schmeichelhaftes Bild. Denn demnach sind Banken und Versicherungen weder strategisch noch operativ vernünftig auf die Zukunft vorbereitet. In naher Zukunft werden Stellen dauerhaft freibleiben, und die Unternehmen haben dem bisher nur wenig entgegenzusetzen.
Dass sich Unternehmen regelmäßig verändern müssen, um mithalten zu können, ist ja nicht neu. Doch bei Robert Half verlangt man regelrecht radikale Maßnahmen, um Technologie, Personal und Abläufe aufeinander abzustimmen. Wie erwähnt mit dem Personalchef („Chief Human Resources Officer, CHRO) in der zentralen Rolle.
Was und wie viel dabei überhaupt zu tun ist, legen die Details der Umfrage nahe. So gibt mehr als jeder zweite Befragte (56 Prozent) zu, dass die Personalstrategie im Haus nicht optimal zur Unternehmensstrategie passt. Was aus Sicht von Robert Half die ohnehin schon vorhandenen Personalprobleme noch zusätzlich verschärft.
Denn das wird offenbar schon in wenigen Jahren jene Unternehmen mit voller Wucht treffen, die ihre Personalstrategie nicht auf Linie bringen. Fast jeder zweite Befragte (42 Prozent) rechnet damit, dass 2030 jede zehnte oder gar fünfte Stelle dauerhaft frei bleibt. Und das sogar oft in Schlüsselpositionen.

Aber was setzt denn die Personalsituation so unter Druck? Hier die fünf wichtigsten Punkte aus der Umfrage:

Schon heute geht jeder zweite davon aus, dass es den Umsatz drückt, wenn für den digitalen Fortschritt die Leute fehlen. Und das soll sich bis 2030 verschärfen. Dann wird es also richtig eng.
Darüber hinaus könnten Mitarbeiter aus den Unternehmen abspringen. Denn ebenfalls eine Mehrheit (61 Prozent) räumt ein, dass sie nicht genug tun, um Mitarbeiter zu binden und zufriedenzustellen.
Seite 2: Was hindert daran, die Arbeitswelt sinnvoll umzustellen?
Entsprechend harsch fällt das Urteil des Senior-Managing-Director Sven Hennige aus: „Ohne die richtigen Mitarbeiter:innen können Unternehmen ihre Wachstumsziele nicht erreichen. Führungskräfte im Finanzsektor müssen erkennen, dass dies eine untrennbare Verbindung ist. Bestehende Personalstrategien stoßen mittelfristig an ihre Grenzen. Wer den Erfolg seines Unternehmens priorisiert, muss zwangsläufig neue Lösungen für die Personalgewinnung entwickeln.“
Aber was hindert Unternehmen daran, Personal und Arbeitsumfelder auf die Unternehmensstrategie auszurichten? Oder auch „Workforce Transformation“ hinzubekommen, wie es in schickem Business-Englisch heißt.
Da geht es gleich wieder los, denn der wichtigste Hinderungsgrund sind die fehlenden Fachkräfte. Gefolgt von mangelnder Digitalkompetenz. Alle Gründe zusammen zeigt die Grafik:

Damit stellt sich die Frage, wie denn richtig aufgestellte Personaler die Probleme lösen können. Zunächst sollten sie folgende strategische Maßnahmen vorantreiben:
Was sollten die Personalchefs können? An dieser Stelle liefert die Studie zehn Ideen, die für modern eingestellte und fähige Manager eigentlich selbstverständlich sein sollten. Zum Beispiel:
Damit erfinden die Studienautoren das Rad definitiv nicht neu. Stattdessen drängt sich der Verdacht auf, dass sich Personalchefs an ihren Managementlehrgang erinnern oder – falls nicht – mal einen besuchen sollten. Gleiches gilt für die Tipps, wie sie mit anderen Managern arbeiten sollten. In erster Linie taucht dort das Wort „gemeinsam“ auf. Die Zeit der Alleinkämpfer und Egomanen ist – zumindest laut Studie – in den Chefetagen vorbei.
Und was sollten sie für ihre Belegschaft tun? Hier sind die fünf wichtigsten Maßnahmen, die die Leute nach vorn bringen und binden:
Das sind nur einige Punkte von vielen in einem brisanten Thema aus der Wirtschaft. Die komplette lesenswerte Studie mit vielen weiteren Aspekten können Sie hier herunterladen.
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