Reform der Altersvorsorge

Lindner will wählbare Beitragsgarantie bei Riester-Rente

Die starre Beitragsgarantie von 100 Prozent bei der Riester-Rente soll mit der Reform der privaten Altersvorsorge fallen. Das sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner in einem Zeitungsinterview. Verbraucher sollen ihr Garantieniveau selbst wählen können.
Reform voraus: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will unter anderem die starre Beitragsgarantie bei der Riester-Rente kippen.
© picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern
(Endlich) Reform voraus: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will unter anderem die starre Beitragsgarantie bei der Riester-Rente kippen.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat neue Details zur geplanten Reform der privaten Altersvorsorge bekannt gegeben. Bei der Riester-Rente sollen Sparer künftig die Wahl haben, wie viel Beitragsgarantie sie haben wollen. Künftig könnten sie zwischen einer 100-, einer 80- und einer 0-prozentigen Beitragsgarantie wählen, so der FDP-Chef gegenüber der „Berliner Morgenpost“.

Die bisherige starre Garantie von 100 Prozent bei der Riester-Rente hätte zu wenig ansprechenden Renditen geführt. Das hohe Sicherheitsnetz „schließt gewisse Anlageklassen aus. Entsprechend waren die Produkte weniger rentabel und hatten eine geringere Verzinsung, als es möglich gewesen wäre“, so Lindner. Das soll sich nun ändern.

Auch bei einer Garantie von 0 Prozent sei das Risiko überschaubar, wenn denn der Anlagezeitraum lang genug sei. Über lange Sicht hätten sich die Kapitalmärkte stets positiv entwickelt, so Lindner weiter.

Mehr Aktienkultur in Deutschland entwickeln

Ein Ziel der FDP ist es, die Deutschen bei der Altersvorsorge aktienaffiner zu machen.  So soll das „private Altersvorsorgedepot“, das ein Kern der Reform sein soll, die Aktienkultur in Deutschland stärken.

Bei dem neuen Depot soll es mindestens die gleiche Förderung bei der Steuer und der Zulage wie bei der Riester-Rente geben. In der Ansparphase sollen die Erträge steuerfrei sein. Erst bei der Auszahlung beziehungsweise Verrentung erhebe der Fiskus dann Einkommenssteuer. So sollen die Sparer den Vorteil des Zinseszinseffektes stärker nutzen können.

Spekulationsfrist für Wertpapiergewinne

Einen weiteren Punkt, um Aktien und Fonds attraktiver zu machen, sieht Lindner in einer Spekulationsfrist bei Wertpapiergeschäften. „So wie die Immobilie nach zehn Jahren steuerfrei veräußert werden kann, so wünsche ich mir das nach einem Zeitraum von zum Beispiel zwei bis drei Jahren auch bei Wertpapieren“, so der Bundesfinanzminister gegenüber der Zeitung.

Da die Koalitionspartner SPD und Grüne davon nicht viel halten, werde dieser Punkt aber eher Teil des nächsten FDP-Wahlprogramms, schob Lindner hinterher.

Mehr zum Thema

Bestand der Riester-Verträge sinkt weiter

Ende 2023 existierten laut Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) 15,511 Millionen Riester-Verträge.…

„Riester ist reformbedürftig, aber auch reformfähig“

Hier geht es zum Interview von Norbert Rollinger mit der Deutschen Presse-Agentur.

BMF-Beirat empfiehlt: Riester reformieren und mehr Kapitaldeckung wagen

Die Riester-Rente soll von grund auf reformiert werden – ohne Beitragsgarantie und mit Pflichtbeitrag. Zudem…

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia