Kritische Passagen gestrichen

Neudefinition der Abschlussprovision wieder vom Tisch

Der inoffizielle Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Deckelung von Provisionen in der Restschuldversicherung hätte indirekt auch die Vergütung aller Vermittler beschnitten. Doch in der neuen „Formulierungshilfe“ ist davon keine Rede mehr. Wie es dazu kam, erläuterte der CDU-Rentenexperte Carsten Brodesser dem Finanzmagazin „Cash.“.
© Standard Life
Carsten Brodesser, hier bei einer Podiumsdiskussion im Herbst 2019, sitzt als Finanzexperte für die CDU im Bundestag.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung protestierten vor gut zwei Wochen auf das Heftigste gegen die ursprünglichen Pläne des SPD-geführten Bundesfinanzministeriums (BMF) zur Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG).

Denn der entsprechende Entwurf aus dem BMF – der aufgrund seines inoffiziellen Status lediglich „unter der Hand“ kursierte – sah neben einem Provisionsdeckel in der Restschuldversicherung auch weitgehende Beschränkungen von Vergütungen für Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler vor. Dazu trug maßgeblich eine Neudefinition der Abschlussprovision bei, die sich in dem Papier fand (wir berichteten). Vermittlerverbände und manche Experten witterten darin einen Plan der SPD, eine Art Provisionsdeckel „durch die Hintertür“ auch in der Lebensversicherung einführen zu wollen, was bislang immer am Widerstand des Koalitionspartners CDU/CSU scheiterte.

Mehr zum Thema

Finanzministerium nimmt neuen Anlauf für Provisionsdeckel

Lange Zeit erschien es ruhig in der Streitfrage, ob es in der Lebensversicherung und in…

Vermittler bekräftigen Forderung nach Regulierungspause

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat am Dienstag mit Vertretern von 40 Wirtschaftsverbänden über die aktuelle…

„Ein absoluter Dammbruch“

Es handelt sich bisher nicht um einen offiziell veröffentlichten Referentenentwurf zum „Gesetz zur Deckelung von…

Doch in der inzwischen vorliegenden „Formulierungshilfe“ des Ministeriums sind die kritischen Passagen wieder verschwunden. Wie es dazu gekommen ist, erklärte der CDU-Finanzpolitiker Carsten Brodesser gegenüber dem Finanzmagazin „Cash.“ folgendermaßen:

„Wir konnten in konstruktiven Gesprächen mit unserem Koalitionspartner und dem Bundesfinanzministerium eine allgemeinverbindliche Neudefinition der Abschlussprovision sowie die spartenübergreifende Normierung sonstiger Vergütungen aus diesem Gesetzentwurf ausklammern“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete dem Magazin. Ein allgemeiner Provisionsdeckel über die Restschuldversicherung hinaus werde mit diesem Gesetzentwurf nicht geschaffen, betonte Brodesser weiter.

Das Ministerium räumte auf seiner Internetseite ein, dass man „die Regelungen hinsichtlich der Lebensversicherung zunächst zurückgestellt“ habe (wir berichteten). Zugleich betonte das BMF allerdings, dass man hier auch „weiterhin Handlungsbedarf“ sehe.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia