IW-Analyse

Deutscher Austritt aus EU würde 690 Milliarden Euro kosten

Im Vorfeld der Europawahl am 9. Juni hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) untersucht, wie sich ein Ausstieg Deutschlands aus der Europäischen Union auf die deutsche Wirtschaft auswirken würde. Ergebnis: Gar nicht gut.
© picture alliance / ZUMAPRESS.com | Cal Ford
Proteste gegen den Brexit in London: Viele Briten sind mit dem Ergebnis des Austritts aus der EU enttäuscht – und wollen wieder Teil des EU-Systems werden.

Gleich das Fazit vorweg: „Unsere Analyse zeigt, dass der Brexit kein nachahmenswertes Unterfangen ist. Der Austritt hätte katastrophale Folgen für die Unternehmen, den Standort Deutschland und die Menschen hierzulande“, fasst IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt die Ergebnisse der Untersuchung seines Hauses zusammen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat untersucht, wie sich ein Ausstieg Deutschlands aus der Europäischen Union (Dexit) auf die deutsche Wirtschaft auswirken würde.

Zu den Details. Ein Dexit würde nach Berechnungen des IW das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits nach fünf Jahren um schätzungsweise 5,6 Prozent geringer ausfallen lassen. Der Verlust wäre vergleichbar mit dem der Corona- und Energiekrise zusammen. Innerhalb der ersten fünf Jahre würden der Bundesrepublik so 690 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren gehen.

Zudem würde der Austritt laut IW-Schätzungen in fünf Jahren rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze kosten. Da die Exportnation Deutschland stark vom Handel mit anderen Staaten, insbesondere vom Handel mit anderen EU-Ländern, abhängig ist, bekämen Unternehmen und Verbraucher die Folgen für Deutschland deutlich zu spüren. Ein Wohlstandsverlust sei vorprogrammiert. Und die zusätzlichen wirtschaftlichen Kosten, die durch den Dexit erforderlichen Austritt aus der gemeinsamen Währung entstehen, sind in dieser Analyse noch gar nicht berücksichtigt.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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4 Kommentare

  1. Ich vermute mal, die Auftraggeber haben dem IW bereits im Vorfeld diktiert, wie das Ergebnis aussehen soll. Sellten so einen Blödsinn gelesen. Fakt ist: Deutschland ist der Zahlmeister der EU und die Waren, die in südliche EU-exportiert werden, sind größtenteils noch gar nicht bezahlt. Schon mal was von Target2 gehört?

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