Pfefferminzia: Bei der Gründung der Fonds Konzept im Jahr 2000 sind Sie als Spezialist für die Vermittlung von Investmentfonds angetreten. Wie hat sich Ihr Unternehmen seither entwickelt?
Jürgen Schirmer: Als Serviceanbieter für freie Makler, Vertriebe, Vermögensverwalter, Banken, Versicherungen und Haftungsdächer konnten wir seitdem einen konstanten Wachstumskurs verzeichnen. Auch das Segment Versicherungen hat sich positiv entwickelt. So konnten wir kontinuierlich neue Vermittler, aber auch aus dem Markt ausscheidende Mitbewerber beziehungsweise deren Kunden für die Abwicklung und die weiterführenden Dienstleistungen gewinnen.
Wie beschreiben Sie Ihre Unternehmensphilosophie?
Wir verstehen uns als unabhängiger, offener Maklerverbund und multifunktionaler Dienstleister. Mit der digitalen Infrastruktur des Maklerservicecenters (MSC) versetzen wir Makler in die Lage, innerhalb ihres individuellen Geschäftsmodells als eigene Fintech-Einheit aufzutreten und die Stärken persönlicher Beratung mit digitaler Effizienz und vorausschauender Steuerung der Marktbearbeitung zu verbinden.
Sie legen großen Wert darauf, Makler auf dem Weg zum „Fintech“ zu unterstützen. Wie beurteilen Sie den aktuellen Stand der Makler hinsichtlich der Umsetzung des digitalen Büros?
In den vergangenen zwei Jahren wurden hier große Fortschritte erzielt, sodass digitale Prozesse vom Produktlieferanten über den Makler bis zum Endkunden immer stärker präsent sind. Im Versicherungsbereich gibt es leider zu den Produktgebern immer noch Bruchstellen, die mittels einer einheitlichen Schnittstellentechnologie, Stichwort Bipro, verbessert werden müssen.
Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile in der Beratung und was ist die größte Herausforderung an Finanzdienstleister bei der Digitalisierung?
Es ist wichtig, dass sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistungen den grundsätzlichen Herausforderungen stellen und ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig machen. Zu nennen sind hier die digitale Kommunikation und die Finanzberatung 2.0. Digitale Prozesse können latente Risiken eliminieren, den Datenschutz verbessern, rechtssichere Verträge ermöglichen, Motor für Wachstum sein oder die Rentabilität messbar erhöhen.
Mit Ihrem Maklerservicecenter und einer App gehen Sie bereits in die Richtung. Was leisten diese Tools?
Das Maklerservicecenter (MSC) vereinfacht die Abwicklung aller gängigen Prozesse im Maklerbüro. Die App wird für den Kunden neutral gehalten, sie kann aber auch im Look-and-Feel des Maklers erstellt werden. Über sie kann auch der Kunde Verträge in das MSC einpflegen, Dokumente scannen und einen Maklerauftrag oder eine Schadensmeldung anstoßen. Dokumente können vom Kauf bis zum Verkauf digital unterschrieben werden – im Versicherungsbereich genauso wie im Fondsbereich.
2018 wird der bisherige Endkundenzugang im Kundenservicecenter komplett überarbeitet. Bereits heute verfügt der Kunde über alle Endgeräte durch einen Rund-um-die-Uhr-Zugang und Support. Der Personal Finance Manager innerhalb des integrierten Kundenzugangs auf den Maklerwebseiten wird in den nächsten Jahren noch mehr Entlastung in den Makleralltag bringen.
Was tun Sie darüber hinaus, um Ihren Partnern den Weg zum digitalen Geschäftsmodell zu erleichtern?
Wir begleiten unsere Partner unternehmerisch und haben insgesamt neun Bausteine digitaler Vertriebsunterstützung entwickelt – angefangen von der Roadmap als geschäftsstrategische Schaltzentrale bis hin zu Newsletter-Tools, digitalem Finanzordner und Akquise-Manager. Für die Umsetzung veranstalten wir in den Regionen Fondskonzept-Akademien, über die wir unsere Ideen mit denen unserer Geschäftspartner abgleichen und daraus ein schlüssiges Konzept entwickeln. 2018 wird die Akademie um 40 regionale Partnertage bundesweit ergänzt.
Neben dem digitalen Büro können Fonds-Konzept-Makler auch über Ihren seit Ende 2016 online geschalteten Shop Fonds kaufen. Wie genau geht das und welchen Nutzen haben die Anwender?
Der Fondsshop ermöglicht die Eröffnung eines Depots in weniger als fünf Minuten. Er spricht damit insbesondere Neukunden beim Kauf von Einmalanlagen und Sparplänen an und eröffnet dem Makler neue Dimensionen innerhalb seines Omni-Channel-Vertriebs. Der Kunde wählt nach seiner Risikoneigung ein entsprechendes Portfolio aus Einzelfonds und geht über den Warenkorb zur Depoteröffnung. Die Identifikation erfolgt per Post-Ident-Verfahren. Zur DKM wird der Fondsshop nun auch für 34d-Vermittler geöffnet, die künftig in der Rolle eines „Tippgebers“ an diesem Vertriebskanal teilnehmen können.