Bernd Raffelhüschen über Pensionsausgaben

„Pensionen müssen weniger stark steigen als die Löhne“

Ökonom Bernd Raffelhüschen und andere Experten schlagen in Sachen Pensionsausgaben von Bund und Ländern Alarm. Hier müsse man dringend ran, sonst drohe die „Schuldenfalle“, so die einhellige Meinung.
© picture alliance/dpa | Gregor Fischer
Bernd Raffelhüschen ist Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

3.160 Euro – so viel bekomme ein Pensionär im Schnitt. Ein „Normalo“-Rentner nach 45 Arbeitsjahren mit durchschnittlichem Verdienst um die 1.500 Euro. Das hat der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen ausgerechnet, wie die Zeitung „Bild“ berichtet.

Bund, Länder und Kommunen müssten inzwischen schon Pensionszusagen in Höhe von 4,3 Billionen Euro stemmen. Um das zu schaffen, nähmen sie Schulden auf. Das sei ein „Finanzfiasko für Bund und Länder“, so Raffelhüschen.

Was könnte man tun? „Die Pensionen müssen sinken, andernfalls tappen wir in die Schuldenfalle“, fordert er. Er schlägt vor, dass die Pensionen – wie die Renten ja auch – weniger stark steigen als die Löhne. Raffelhüschen: „Alles andere wäre auf Dauer unverantwortlich.“

Auch Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, sieht hier laut „Bild“-Bericht Handlungsbedarf. „Verbeamtungen darf es nur noch dort geben, wo wirklich hoheitliche Aufgaben wahrgenommen werden – etwa bei Richtern oder Polizeibeamten.“ Die Ampelkoalition mach derzeit aber genau das Gegenteil und verbeamte ihre Mitarbeiter „mit schwindelerregendem Tempo.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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Eine Antwort

  1. Mit Verlaub-Jargon Prof. Raffelhüschen, weiß sehr genau das die Beamtenpensionen wegen Unfinanzierbarkeit, 3 Billionen EURO Defizit, längst entsorgt werden sollten. In Staaten wie in A; CH, NL bei ca. doppelter Altersversorgung für alle, längst geschehen.
    Die Rentenversicherung, bei Neurenten 2021 50% unter € 800,00 ist dringend zu reformieren. Am besten mit meiner Lösung. Dabei kommen jetzt erst viele Rentner, die wesentlich länger Renten beziehen werden, gegenüber wesentlich weniger Einzahlern, davon 40% mit Mindestlohn. Jeder Grundschüler sollte berechnen können, dass deshalb selbst mit einem Rentenbeginn ab dem 75. Lebensjahr niemals eine sichere Rente gewährleistet werden kann. Die Altersberechnungen ab Geburt sind nicht aussagefähig!

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