Fehlende Leitlinien zur Nachhaltigkeit

„Greenwashing bei Versicherern ist oft keine Absicht“

Wie steht es um die Nachhaltigkeit deutscher Versicherungsunternehmen? Dieser Frage widmet sich das CSR-Ranking von Zielke Research Consult und Morgen & Morgen. Die Partner haben nun einen Ausblick auf die Neuauflage der Studie gegeben, die im Herbst erscheinen wird – und erklären, was die Branche dabei bremst, nachhaltiger zu werden.
© picture alliance/dpa | Boris Roessler
Auch die Deutsche Bank sieht sich mit den Vorwürfen des Greenwashings seitens der Aktivisten von Friedas For Future konfrontiert.

Im Herbst 2022 veröffentlicht Zielke Research Consult gemeinsam mit dem Analysehaus Morgen & Morgen die Neuauflage seines CSR-Rankings zur Nachhaltigkeit deutscher Versicherungsunternehmen. CSR steht dabei für „Corporate Social Responsibilit“, also gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in Sachen Nachhaltigkeit. Es geht neben dem ökologischen Zielen auch um soziale und ökonomische Aspekte.

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Für das CSR-Ranking von Zielke und Morgen & Morgen werden drei Dimensionen betrachtet: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. In den ersten beiden Kategorien erfolgt die Wertung nach festgelegten Kriterien des CSR-Berichts. Bei der Unternehmensführung werden Berichte über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) hinzugezogen.  

Weichen für Nachhaltigkeit jetzt richtig stellen

Grundsätzlich steige der Druck auf Versicherungsgesellschaften, ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung solide durchzuführen, doch in der Praxis hake es oft, heißt es von den Initiatoren des Rankings. „Die Gesellschaften empfinden teils eine große Unsicherheit bei der Umsetzung. Ihnen fehlen operative Leitlinien und Erfahrung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Dadurch bewegen sie sich auf dünnem Eis. Greenwashing ist da oft noch nicht einmal Absicht“, sagt Carsten Zielke, Geschäftsführer von Zielke Research Consult.

Seit fünf Jahren bewertet Zielke Research Consult den Versicherungsmarkt hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit auf Grundlage öffentlicher Daten und erstellt seit 2021 das Ranking gemeinsam mit Morgen & Morgen. „Wir kennen sowohl die aktuellen Anforderungen als auch die kommenden und lassen das in unsere Bewertungsrichtlinien einfließen“, so Zielke. Die Versicherer sollen bereits heute die Weichen richtig stellen, damit sie das künftig nicht erneut tun müssen.

Bewertungskriterien für 2022 mit „Augenmaß“ verschärft

So seien die Bewertungskriterien für 2022 mit Augenmaß verschärft worden. „Wir möchten die Messlatte realistisch ansetzen und verantwortungsbewusst die Kriterien in Richtung Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD, ausrichten“, betont Zielke. Es sei niemandem gedient, wenn einzelne Gesellschaften den Kopf in den Sand stecken und unter dem Radar blieben und andere das Thema angehen. Neu sei auch, dass neben den Versicherer und Banken auch Asset Manager auf dem Prüfstand stehen.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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