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Immer mehr Handwerksbetriebe versuchen sich daran, nachhaltiger zu wirtschaften und zu arbeiten. Angefangen beim fair gehandelten Kaffee für die Pantry, über die Vermeidung von Müll, bis hin zur Erhöhung des Frauenanteils im Unternehmen. Die Betriebe nehmen damit ihre Verantwortung für die Umwelt ebenso wahr wie die unternehmerische und gesellschaftliche – und handeln damit entsprechend der ESG (Environment, Social, Governance)-Kriterien.
Und nicht nur das – manche Betriebe gehen noch weiter und arbeiten an Lösungen etwa zur nachhaltigen Energienutzung. Zu ihnen gehört Lutz Fleck, Geschäftsführer der FAE Elektrotechnik GmbH aus Heidenau bei Dresden. In der „Deutschen Handwerkszeitung“ berichtet er darüber, wie sein Unternehmen im Verbund mit HZwo, dem sächsischen Innovationscluster für Brennstoffzellen und Wasserstoff, nach Anwendungen rund um die alternative Energiequelle forscht, probt und umsetzt.
Ein Projekt, so die Fachzeitschrift weiter, soll in rund einem Jahr Marktreife erlangen und herkömmliche Benzingeneratoren ersetzen. Dabei handelt es sich um ein emissionsfreies und dezentrales 5-kW-Energieversorgungssystem. Eine andere Idee befasst sich mit eigenen LED-Leuchten, die als Dodekaeder (mit zwölf Flächen) entwickelt und hergestellt werden. Gegenüber der „Deutschen Handwerkszeitung” sagt Lutz Fleck: „Als Bürger und Unternehmer möchte ich unsere Erde erhalten und leiste im Rahmen meiner Möglichkeiten dazu einen Beitrag. Warum sollen wir warten, bis es die anderen tun?“
Ähnlich sehen das viele Handwerksunternehmen. Und um sie auf ihrem Weg zu einem nachhaltigen Handwerk zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „HandwerkN– Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ Die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) führt das Projekt durch. Auf der Seite www.nachhaltiges-handwerk.de finden sich viele „Gute Beispiele“, wie die Umsetzung in der Praxis funktioniert.
Demnach bekam die Friseurin Angela Bergmann von Intercoiffure Bergmann Friseure Leipzig ihren Impuls im Jahr 2014 durch eine gesundheitliche Einschränkung, die sie zum Umdenken erst im privaten und anschließend im betrieblichen Bereich brachte. Ein wichtiger Schritt ihres Unternehmens sei der Wechsel der Zulieferfirma gewesen. Hier verwende sie nun Produkte, die fast ausschließlich auf natürlichen Inhaltsstoffen beruht und vollständig klimaneutral versendet. So würde auch ihr Salon klimaneutral werden. Die Friseurin empfiehlt Handwerkern, die ebenfalls nachhaltiger handeln wollen, sich bei den Handwerkskammern beraten zu lassen, und spezielle Kurse zu besuchen.
„Ob zum Beispiel beim Tischler-, Elektro- und Bäckermeister oder bei Friseuren oder Lackierern – in Handwerksunternehmen gibt es viele Stellschrauben für nachhaltigeres Handeln“, sagt Lars Fuchs, Bereichsleiter Maklervertrieb rhion.digital. „Dabei geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern generell um einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sowohl die natürlichen wie die sozialen. Daher spielen beispielsweise auch die Suche nach Personal und das Binden von Mitarbeitenden, das Marketing oder der Vertrieb eine wichtige Rolle“, fährt Luchs fort. Wer die Chancen dieser Veränderungen nutze, erweitere sich und seinen Betrieb auf vielfältige und wertvolle Weise.
„Versicherungsmakler könnten sich bei nachhaltig eingestellten Handwerkern positionieren, wenn sie entsprechende Gewerbeversicherung im Portfolio haben. Ein Weg sich diese Zielgruppe zu erschließen, könnte sein, mit der zuständigen Handwerkskammer zu sprechen, und vielleicht Vorträge über nachhaltige Versicherungen für Unternehmer anzubieten“, so die Idee des rhion.digital-Experten.
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