Diskussionsbeitrag

Nachhaltigkeits-Netzwerk legt Ideen für Nachhaltigkeit im Vertrieb vor

Das German Sustainability Network hat Ideen vorgelegt, wie der Versicherungsvertrieb die Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen von Kunden umsetzen kann. Bis zum 17. Juni 2022 können Marktteilnehmer noch ihre Meinung zu dem Papier abgeben.
© German Sustainability Network
Timo Biskop ist Fokusbereichsleiter „Beratung & Vertrieb“ beim GSN und Autor der Diskussionspapiers.

Wie können Vermittlerinnen und Vermittler die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden am besten abfragen? Mit diesem Thema hat sich das German Sustainability Network (GSN) befasst und einen Diskussionsbeitrag veröffentlicht. Der Aufsatz ordnet zentrale Begriffe des Themenfelds Nachhaltigkeit für den Versicherungsvertrieb ein und systematisiert sie.

Darüber hinaus hat das GDN Thesen zum Anwendungsbereich der IDD-Änderungsverordnung und erste Umsetzungsgedanken entlang des Beratungsprozesses formuliert. Bis zum 17. Juni 2022 kann die Öffentlichkeit ihre Meinung zu dem Papier abgeben.

„Obwohl die IDD-Änderungsverordnung bereits in wenigen Wochen in die Praxis übersetzt sein muss, herrschen am Markt noch Unsicherheiten vor. Dies betrifft sowohl den Anwendungsbereich als auch die konkrete Umsetzung“, sagt Timo Biskop, Fokusbereichsleiter „Beratung & Vertrieb“ beim GSN und Autor der Diskussionspapiers.

Der vorliegende Diskussionsbeitrag könne als Gerüst dienen, um den Austausch zu strukturieren. „Idealerweise einigt sich die Branche mittelfristig auf eine gemeinsame Vorgehensweise zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeit im Vertrieb“, so Biskop. Darüber hinaus sei es wichtig, dass ein einheitliches Verständnis der einschlägigen Begriffe hergestellt werde. Biskop: „Ansonsten scheitert der Diskurs bereits im Ansatz“.

Diese zentralen Aussagen enthält das Papier unter anderem:
  • Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen betrifft ab dem 2. August den Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten. Hierunter werden bis auf Weiteres alle Produkte der dritten Schicht verstanden.
  • Doch auch darüber hinaus sollten Nachhaltigkeitsziele und -wünsche des Kunden spartenübergreifend berücksichtigt werden, zumindest wenn das verfügbare Produktangebot Nachhaltigkeitsmerkmale bewirbt.
  • Das Themenfeld Nachhaltigkeit erweitert den traditionellen Vertrieb und Beratungsprozess um eine neue Sphäre. Dabei rücken subjektive Einstellungen und Motive des Kunden in den Vordergrund, die zusätzlich zu objektiven Risikomerkmalen zu thematisieren sind.
  • Besondere Herausforderungen liegen in der Komplexität des Themenfelds begründet: Nicht nur muss den regulatorischen Anforderungen genügt werden. Kunden sind auch über die Hintergründe und Zusammenhänge von Nachhaltigkeit in der Finanzindustrie aufzuklären, um sich sachverständig äußern zu können.
  • Berater stehen daher vor der Herausforderung, sich bis zum 2. August umfänglich zu qualifizieren, um den Beratungsprozess zielgruppengerecht und verhältnismäßig durchzuführen.
  • Regulatorische „Mismatches“ zwischen Offenlegungs-Verordnung und IDD-Änderungsverordnung verursachen jedoch Herausforderungen bei der Produktempfehlung. Mindestens bis zum Jahresende ist eine umfängliche Dokumentation daher empfehlenswert.
  • Es wird insgesamt empfohlen, den Austausch zwischen Produktgebern, Vertrieben, Fondsgesellschaften und dem Regulator zu intensivieren, um die Funktionsfähigkeit des Marktes sicherzustellen.
  • Zur Wahrung von Verhältnismäßigkeit, Proportionalität der Aufsicht und dem bestmöglichen Interesse des Kunden im Beratungsprozess liegt es nahe, Standards und Normen zu forcieren.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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