Nach drei Jahren kräftiger Preissprünge macht die KFZ-Versicherung eine Pause: Die Tarifbeiträge für 2027 liegen im Mittel nur noch 2 Prozent über dem Vorjahr. Das geht aus dem KFZ-Versicherungsindex des Vergleichsportals Verivox für Verträge ab dem 1. Januar 2027 hervor.
Nach Jahren flächendeckender Preiserhöhungen werben zudem wieder mehr Anbieter mit günstigen Tarifen um Neukunden. Im günstigen Preissegment liegen die Angebote im Schnitt 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Zum Start der Wechselsaison haben die Versicherer ihre Tarife aktualisiert. Die höchsten Aufschläge setzen sie bei der KFZ-Haftpflicht um: Sie ist im Mittel 3 Prozent teurer als im Vorjahr. Die Vollkasko liegt 2 Prozent über dem Niveau vom Oktober 2025, die Teilkasko stagniert.
„Im vergangenen Jahr mussten die KFZ-Versicherer nur wenige Elementarschäden regulieren. Da Unwetter und Naturkatastrophen meist hohe Kosten für die Kaskoversicherung verursachen, kommt ihnen das schadensarme Jahr gelegen“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer von Verivox Versicherungsvergleich. Zugleich dämpft er die Erwartungen: Von einer dauerhaften Preiswende könne noch keine Rede sein, da sich Ersatzteile und Reparaturen weiter verteuerten und ein Kostentreiber blieben.
Im günstigen Preissegment zeigt sich der verschärfte Wettbewerb bereits. Über alle Versicherungsarten hinweg sind die Tarife dort 2 Prozent günstiger als vor einem Jahr. In der Vollkasko sinken die Preise ebenfalls um 2 Prozent, in der Teilkasko und der Haftpflicht jeweils um ein Prozent.
Die Versicherer gingen mit sehr unterschiedlichen Strategien in die Wechselsaison, so Ziller: „Während ein großer Versicherer schon weitere Preiserhöhungen angekündigt hat, nutzen andere wieder die Signalwirkung eines günstigen Preises.“
Über alle Versicherungsarten hinweg beträgt der Unterschied zwischen günstigen Angeboten und Tarifen aus dem mittleren Preissegment 36 Prozent. Das größte Sparpotenzial gibt es mit 39 Prozent in der KFZ-Haftpflicht. Teilkasko und Vollkasko folgen mit jeweils 35 Prozent.
Trotz der Entspannung bleibt das Preisniveau hoch: Im Schnitt kostet der Schutz fürs Auto heute 51 Prozent mehr als im Oktober 2022, also vor den massiven Preiserhöhungen.
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