In einer Welt, in der gefühlt alles teurer wird, wollen auch Online-Erpresser dem nicht nachstehen. Deshalb haben sie die Beträge ihrer geforderten Lösegelder verglichen mit dem Vorjahr im Durchschnitt um satte 47 Prozent hochgeschraubt. Nun fordern sie knapp über eine Million US-Dollar, zeigt der „2026 Cyber Claims Report“ des Cyber-Assekuradeurs Coalition. Interessanterweise ist die Höhe der Schäden im selben Zeitraum um 19 Prozent auf 262.000 Dollar gesunken.
Kurz zum Hintergrund: Online-Erpresser schleichen sich in Systeme ein und verschlüsseln oder klauen dort Daten mittels sogenannter Ransomware (Ransom = Lösegeld). Anschließend fordern sie Lösegeld und versprechen, die Daten wieder freizugeben oder nicht im Darknet zu verkaufen. Oft halten sie sich aber nicht daran.
Dass die geforderten Lösegelder so steigen, die Schadensummen aber sinken, scheint sich zunächst zu widersprechen. Doch weitere Zahlen lösen das auf. Offenbar hat sich die Wirtschaft zunehmend auf solche Angriffe eingestellt. Daten sind extra gesichert, Systeme lassen sich schneller wieder aufsetzen. Beides führt dazu, dass es 86 Prozent der betroffenen Unternehmen rundweg ablehnen, Lösegeld zu zahlen.
Außerdem – und das verblüfft schon ein bisschen – lassen die Online-Kriminellen offenbar mit sich reden. So hätten Verhandler aus der hauseigenen Abteilung Coalition Incident Response (CIR), aber auch aus anderen Häusern die ursprünglich geforderten Beträge im Schnitt um 65 Prozent gedrückt, heißt es im Bericht. Somit wurden aus verlangten 873.000 Dollar (hier sind nur die wirklich zahlenden Unternehmen gemeint) „nur noch“ 355.000 Dollar. Die flossen dann aber wirklich.
Wie mehrfach betont sind das alles Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Beträge streuen enorm stark. Das höchste nachweislich geforderte Lösegeld beträgt stattliche 10 Millionen Dollar und das niedrigste geradezu sparsame 15.000 Dollar.
Die am häufigsten benutzte Ransomware heißt Akira und ist an einem Viertel der Überfälle beteiligt. Es folgen Qilin (12 Prozent) und Ransom-Hub (7 Prozent). Letzterer ist zugleich für die aggressivsten Attacken mit verantwortlich. Die dort geforderten Lösegelder betrugen im Schnitt 2,3 Millionen Dollar.
Den „2026 Cyber Claims Report“ von Coalition gibt es nur in englischer Sprache. Sie können ihn hier herunterladen.
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