Für private Internet-Nutzer

Durchschnittsschaden bei Cybercrime beträgt 219 Euro

Sechs von zehn Internet-Nutzern hatten in den vergangenen zwölf Monaten mit Cybercrime zu tun. Der Schaden lag im Schnitt bei 219 Euro. Wie die meisten Nutzer auf Schadenfälle reagieren und wie viele auch gar nicht, überrascht.
Mann sitzt genervt vor seinem PC: Cybercrime haben sehr viele Internetnutzerinnen und -nutzer schon einmal erlebt.
© Freepik
Mann sitzt genervt vor seinem PC: Cybercrime haben sehr viele Internet-Nutzer schon einmal erlebt.

61 Prozent der Internet-Nutzer in Deutschland sind in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Cybercrime geworden. Vor einem Jahr waren es mit 67 Prozent noch mehr. Und vor zwei Jahren waren es sogar 75 Prozent. Im Schnitt ist den Befragten in den vergangenen zwölf Monaten ein Schaden von 219 Euro entstanden.

  • 60 Prozent der Betroffenen geben an, dass ihnen persönlich ein Schaden entstanden ist. Dieser beträgt im Schnitt 181 Euro.
  • 4 Prozent sagen, dass ein Schaden von Dritten übernommen wurde, etwa einem Online-Händler oder der Bank. Deren durchschnittlicher Schaden lag bei 609 Euro.
  • Bei einem Viertel (25 Prozent) ist kein finanzieller Schaden entstanden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom von 1.021 Personen in Deutschland, die das Internet nutzen.

Auf diese drei Delikte teilen sich die meisten Schadenfälle im Bereich Cybercrime auf:

  • 36 Prozent der Befragten wurden beim Online-Kauf betrogen.
  • Bei 30 Prozent haben sich Angreifer per Kurznachricht, Mail oder Telefonanruf durch sogenanntes Phishing persönliche Informationen verschafft und
  • bei 24 Prozent haben Kriminelle Smartphones oder Computer mit Schadprogrammen wie Viren infiziert.

Dahinter folgen mit deutlichem Abstand, dass Kriminelle Zugangsdaten für Online-Dienste ausspioniert haben (9 Prozent) sowie der Betrug von Verkäuferinnen und Verkäufern beim Online-Handel (6 Prozent). Auch von neuen Angriffen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) haben die Befragten berichtet: So haben Kriminelle sie in 3 Prozent mit einem Deepfake getäuscht, also einem KI-generierten Video oder Foto.

Generell gilt: „Bei Cyberkriminalität haben wir in den offiziellen Statistiken eine hohe Dunkelziffer, weil viele Menschen sich nicht an Behörden wenden oder juristische Schritte ergreifen“, so Ralf Wintergerst, Präsident von Bitkom. Häufiger suchten Betroffene Hilfe im persönlichen Umfeld oder änderten ihr Verhalten.

  • Nur rund ein Viertel (26 Prozent) der von Cyberkriminalität Betroffenen haben Strafanzeige bei der Polizei erstattet.
  • Fast die Hälfte (46 Prozent) hat das Gespräch mit Freunden oder Familie gesucht,
  • 39 Prozent haben Passwörter oder andere Sicherheitsinformationen geändert,
  • 11 Prozent haben durch Social-Media-Posts oder Beiträge auf Online-Plattformen auf die kriminellen Vorgänge aufmerksam gemacht und
  • 3 Prozent sind auf Forderungen der Kriminellen wie etwa Lösegeldzahlungen eingegangen.
  • Zudem haben sich 42 Prozent an das Unternehmen gewandt, dessen Plattform für die kriminellen Aktivitäten genutzt wurde, und 12 Prozent haben ihren Account dort gelöscht oder gekündigt.

Interessant dabei: Rund ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) haben auf einen Cyberschaden überhaupt nicht reagiert.

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Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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