AfW-Vermittlerbarometer

Jeder fünfte Vermittler scheut Gewerbeversicherungen

Ob komplexe Produkte oder Haftungsrisiken – Gewerbeversicherungen bieten spezielle Herausforderungen. Diese wirken zum Teil abschreckend, wie eine Umfrage des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW unter Versicherungsvermittlerinnen und -vermittlern zeigt.
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Die speziellen Risiken von Gewerbekunden schrecken viele Vermittler ab.

Mehr als ein Fünftel der Vermittler hierzulande verkaufen keine Gewerbeversicherungen. Das hat der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW im Rahmen seines umfassenden jährlichen Vermittlerbarometers herausgefunden.

Gründe hierfür dürften die speziellen Herausforderungen im Gewerbebereich sein. Am häufigsten genannt wurden hier die Haftungsrisiken im Beratungsprozess. Aber auch die Komplexität der Produkte, den Aufwand in der Beratung und im Schadenfall betrachten viele als herausfordernd. Allerdings gab auch mehr als ein Viertel der Befragten an, keine besonderen Herausforderungen im Vertrieb von gewerblichen Versicherungen zu sehen.

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„Wir sehen die Folge einer immer stärker reduzierten Zahl direkter Ansprechpartner, wie Underwriter, für Vermittlerinnen und Vermittler“, kommentiert Franziska Geusen, Vorständin im AfW und selbst Versicherungsmaklerin für Gewerbeversicherung, die Zahlen. „Was früher noch Nasengeschäft war, bei dem man gemeinsam unkompliziert gute Lösungen für die Unternehmen kreierte, wird heute zunehmend auf Produkte von der Stange und Hotlines gesetzt – auch im Gewerbebereich.“

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Quelle: AfW

Allerdings lassen viele Berater, die selbst keine Gewerbeprodukte vertreiben, wohl ihre Kunden nicht im Regen stehen, sondern kooperieren mit Fachmaklern. Darauf weisen zumindest viele individuelle Kommentare hin, die im Rahmen des Vermittlerbarometers ebenfalls möglich sind. Aus Haftungsgesichtspunkten sieht dies der AfW als eine sehr gute Entwicklung, die die Qualität der Beratung erhöht.

Jüngere Vermittlerschaft verstärkt im Gewerbegeschäft unterwegs

Der Umsatzanteil aus der Vermittlung von Gewerbeversicherungen schwankte in den vergangenen Jahren. Aktuell gaben die Befragten an, rund 21 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Geschäft mit Gewerbekunden zu generieren. In der Gruppe der bis 40-jährigen stieg der Umsatzanteil sogar auf 24 Prozent.

„Eine gute Nachricht für die Branche: Auch die Unternehmen scheinen im Blickfeld der jungen Generation von Versicherungsmaklerinnen und -maklern zu stehen. Wenn wir gemeinsam mehr junge Menschen auch in den spezielleren Bereichen der Versicherungsbranche ausbilden, sollten diese beratungsintensiveren Produkte risikoadäquat vermittelt werden können“, so Geusen.

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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