Wenn staatlicher Zuschuss ausbleibt

Krankenkassen rechnen mit deutlicher Beitragserhöhung

Die Corona-Pandemie, teure Operationen, viele Arztbesuche: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) wachsen weiter. Und das könnten auch bald die Versicherten zu spüren bekommen. Denn sollte die Bundesregierung keine Zuschüsse bereitstellen, könnten sich die Beiträge bald erhöhen – und zwar um bis zu 0,7 Prozentpunkte.
© picture alliance / imageBROKER | Olaf Döring
Ärzte operieren einen Patienten: Die Krankenkassen ächzen unter der Last stetig weiter wachsender Ausgaben.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) muss immer höhere Kosten schultern – und das hat Folgen.  „Wenn die Bundesregierung keine weiteren Zuschüsse für die Krankenkassen beschließt, würde der Zusatzbeitrag von derzeit 1,3 auf 2,0 Prozent steigen“, kündigte kürzlich ein Sprecher des AOK-Bundesverbands gegenüber der Bild-Zeitung an.

„Den Krankenkassen fehlen 1,9 Milliarden Euro“, ergänzte Christoph Straub, der Chef der Barmer, im Bild-Interview. „Nötig ist eine Aufstockung der Zuschüsse durch die Bundesregierung um 7 Milliarden Euro.“ Nur so ließe sich eine Beitragserhöhung verhindern.

Anhand von drei Beispielrechnungen hat die Zeitung diese mögliche Entwicklung verdeutlicht: Sollte es so kommen, müsste ein Beschäftigter mit einem monatlichen Bruttolohn von 2.500 Euro bald 8,75 Euro monatlich mehr bezahlen. Im gesamten Jahr wären das 105 Euro mehr als zuvor. Bei 3.000 Euro brutto im Monat wären es bereits 10,50 Euro und damit 126 Euro im Jahr; und bei 5.000 Euro brutto 17,50 Euro mehr im Monat – und schlussendlich 210 Euro mehr als vorher.

Vier Gründe gibt es für die stetig wachsenden Kosten in der GKV:
  • Hohe Zahl an Klinik-Operationen
  • Immer mehr Arztbesuche
  • Wachsende Ausgaben für Physiotherapiebehandlungen
  • Die Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung durch die Corona-Pandemie

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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