Im Jahr 2018 haben allein die gesetzlichen Krankenkassen über 41 Milliarden Euro für Medikamente ausgegeben. Laut Datenportal Statista handelt es sich dabei um einen Anstieg um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Medikamenten zur Behandlung von Krebs folgen an zweiter Stelle Immunsuppressiva und Antidiabetika. Also Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems und zur Behandlung von Diabetes. Allein für diese Medikamtentengruppen wurden 2018 über 7,2 Milliarden Euro ausgegeben. Beim ersten Pfefferminzia-Gesundheitstag bin ich unter anderem darauf eingegangen, dass im deutschen Gesundheitssystem 2018 zum ersten Mal über eine Milliarde Euro pro Tag ausgegeben wurde. Weiterhin, dass durch einen entsprechenden Lebensstil 60 bis 70 Prozent dieser Kosten eingespart werden könnten. Die obige Medikamenten-Statistik ist hierzu ein gutes Beispiel.
Diabetes
In Deutschland sind etwa 6,7 Millionen Personen (Stand 2018) an Diabetes erkrankt. Das entspricht rund 8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Tendenz weiterhin steigend. Über 90 Prozent dieser Personen leiden unter Diabetes Typ II. Die Dunkelziffer soll deutlich höher sein. Bei vielen ist die Erkrankung zwar vorhanden, jedoch noch nicht diagnostiziert.
Eine Studie in den USA hat ergeben, dass durch eine Veränderung des Lebensstils bei 60 Prozent der Studienteilnehmer mit Diabetes Typ II die Erkrankung geheilt werden konnte. 94 Prozent der Studienteilnehmer konnten die Einnahme von Antidiabetika entweder komplett einstellen oder zumindest reduzieren. Übertrügen wir das auf Deutschland, könnten wir bei der Medikamentengruppe, die am dritthäufigsten im Jahr 2018 verschrieben wurde, deutlich einsparen. Von der Verbesserung des Gesundheitszustands und der Lebensqualität der Betroffenen noch nicht gesprochen.
Wer einmal genau nachlesen möchte, was einer der „Vitamin-D-Päpste“, Bernd-Michael Löffler, zum Thema Vitamin D-Mangel im Zusammenhang mit Diabetes zu sagen hat, dem sei dieser offene Brief von ihm empfohlen. Löffler schildert nicht nur sehr umfangreich, sondern auch sehr gut die Herausforderungen des deutschen Gesundheits-, pardon, Krankheitssystems. Vor allem lohnt ein genauer Blick auf eine Zahl von Armin Zittermann am Ende des Briefs: Die wirtschaftlichen Kosten durch Vitamin-D-Mangel belaufen sich pro Jahr auf 37,5 Milliarden Euro. Weitere Infos zu Vitamin D finden Sie hier.
Immunsuppressiva
In vielen Fällen können Immunsuppressiva, also Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken beziehungsweise modulieren, Leben retten. Als Beispiel seien hier Personen mit transplantierten Organen erwähnt. Diese Medikamente kommen auch bei Autoimmunerkrankungen häufig zum Einsatz, etwa bei Rheuma, Gefäßentzündungen, Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder Multipler Sklerose. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem eigenes Körpergewebe an, wodurch eine Erkrankung ausgelöst werden kann. Davon soll das Immunsystem durch die Gabe der Immunsuppressiva abgehalten werden beziehungsweise sollen diese Angriffe zumindest reduziert werden.
Dabei handelt es sich jedoch um eine Symptombehandlung beziehungsweise -unterdrückung. Die eigentliche Frage wird dabei weder gestellt geschweige denn beantwortet: Wieso richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper? Eine der möglichen Antworten liegt im Bereich der Fehlernährung und der Nebenwirkung von Medikamenten wie Antibiotika. In beiden Fällen kann die Darmbesiedlung gestört werden. Eine entsprechende Dysbalance wiederrum kann zu einer geschwächten Darmschleimhaut führen, die nun durchlässiger für Stoffe und Erreger wird, die mit dem Stuhl eigentlich hätten ausgeschieden werden sollen.
Auch können die Tight-Junctions, eine Art „Schleusen“ zwischen bestimmten Darmzellen, den Enterozyten, geöffnet werden. Stehen diese Schleusen durchgehend offen, spricht man vom Leaky Gut, dem löchrigen Darm. Hier können nun auch unverdaute Nahrungsbestandteile, beispielsweise Proteine, in die Blutbahn eindringen. Im und um den Darm befinden sich rund 80 Prozent des Immunsystems. Dieses reagiert nun auf die fremden Eiweiße und greift diese an. Dies kann unser Immunsystem stressen und hyperaktiv werden lassen. Im ungünstigsten Fall können die Eiweiße eine ähnliche Struktur wie körpereigene Proteine haben. Nun greift das Immunsystem entsprechende körpereigene Gewebe ebenfalls an. Die Folge ist eine Autoimmunerkrankung.
Es gibt jedoch noch weitere Ursachen für solche entzündlichen Prozesse, die stille Entzündungen genannt werden. Hat man beispielsweise zu viel Viszeralfett, also Organfett, im Laufe der Jahre angesammelt, können dort proentzündliche Stoffe, sogenannte Zytokine, ausgeschüttet werden. Auch diese belasten das Immunsystem und können es im Laufe der Zeit überaktiv werden lassen.
Anstatt also lediglich das überaktive Immunsystem mit Medikamenten zu unterdrücken, wäre es sinnvoller, die Ursache der Autoimmunerkrankung zu therapieren. Liegt diese im Darm und/oder im Bereich der stillen Entzündungen, ist durch eine entsprechend veränderte Ernährung, Bewegung im gesunden Bereich und dem gezielten Ausgleich von Mikronährstoffmängeln vieles möglich. Das Immunsystem kann mit der Zeit auch wieder vergessen, weshalb manche Impfungen im Laufe des Lebens aufgefrischt werden müssen. Hat es sich beruhigt und greift die körpereigenen Gewebe nun nicht mehr an, muss es auch nicht länger unterdrückt werden. Die Autoimmunerkrankung ist gestoppt und im Idealfall geheilt.
Zu Risiken und Nebenwirkungen…
Bei langfristiger Einnahme von Immunsuppressiva können als Nebenwirkung die Blutfettwerte ansteigen (Hyperlipidämie). Deshalb bekommen viele Patienten zusätzlich noch Statine verschrieben. Also weitere Medikamente, welche die Blutfette senken sollen. Nicht nur, dass diese Arzneimittel natürlich direkte Kosten verursachen, sie haben auch Nebenwirkungen. Erwähnt sei hier ein Abfall des Q10-Spiegels. Dabei handelt es sich um ein Co-Enzym, welches besonders wichtig für das optimale Funktionieren unserer Zellkraftwerke, der Mitochondrien, ist. Sinkt der Spiegel, kann das Müdigkeit, Schwäche, Muskelschwäche und -schmerzen zur Folge haben, weiterhin das Risiko für Alzheimer, Parkinson, und Tumore erhöhen. Und weiter dreht sich die Kostenspirale.
Was war der Ausgangspunkt? Immunsuppressiva, die als Symptombehandlung von Autoimmunerkrankungen verschrieben wurden. Der oben gezeigten Grafik ist zu entnehmen, dass diese Medikamente die zweithöchsten Kosten verursachten. Dabei sind die beschriebenen indirekten Kosten noch nicht enthalten! Wird stattdessen, wo möglich, die Ursache der Autoimmunkrankheiten behandelt, wären auch hier wieder enorme Einsparpotenziale vorhanden. Wieder verbunden mit einer Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Personen.
Viele Gewinner – ein Verlierer
Vergleichbare Beispiele ließen sich für die weiteren genannten Medikamentengruppen aufführen: Gerinnungshemmer und Blutverdünner, Anti-Allergiemittel (Asthma), Bluthochdrucksenker und in vielen Fällen sogar für Psychopharmaka und Krebs.
Würde bei den Patienten mehr Wert auf die Ursachen- statt primär der Symptombehandlung gelegt und echte Prävention in Deutschland durchgeführt und bezahlt werden, gäbe es viele Gewinner. Das Gesundheitssystem könnte viele Milliarden Euro im Jahr einsparen, was eine Entlastung für alle in Deutschland zur Folge hätte. Millionen erkrankter Personen könnten geheilt oder deren Leiden zumindest reduziert werden.
Einen großen Verlierer gäbe es jedoch: Die Pharmaindustrie. Diese würde viele Milliarden Euro weniger Gewinn machen.
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