Um 550 Millionen Euro

Kassenausgaben für Pflege- und Hilfsmittel erneut gestiegen

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat im vergangenen Jahr erneut deutlich mehr Geld in Pflege- und Hilfsmittel ihrer Versicherten gesteckt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben um 550 Millionen Euro auf 9,8 Milliarden Euro. Diese Entwicklung lässt sich jedoch ganz leicht erklären.
GKV-Vize Gernot Kiefer
© GKV-Spitzenverband
Ist Vorstand des GKV-Spitzenverbands: Gernot Kiefer.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Pflege- und Hilfsmittel sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. So erstatteten die Kassen ihren Versicherten von März 2021 bis zu diesem Februar 9,8 Milliarden Euro – das sind 550 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einem Fortschreibungsbericht des GKV-Spitzenverbandes hervor, welcher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt.  

Es gibt aber eine einfache Erklärung für diese Entwicklung: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate haben die Kassen 2.300 neue Hilfsmittel in das Verzeichnis aufgenommen. Diese würden damit erstmals erstattet, schreibt die NOZ. Dazu zählten unter anderem ein halb automatischer Speiseroboter, der die Funktion der Arme übernehmen könne, sowie eine Brille mit Miniaturkamera, die Sehbehinderten vorlesen könne.

Und auch für „selbstbalancierende Rollstühle“ mit Raupenfunktion zahlen die Kassen laut NOZ-Artikel neuerdings. Diabetiker hingegen profitierten vom technologischen Fortschritt in der Insulintherapie – etwa durch die sogenannten AID-Systeme, die Insulin selbst dosierten.

„Die Fortschreibungen sorgen dafür, dass unsere Versicherten Hilfs- und Pflegemittel von hoher medizinischer und technischer Qualität erhalten“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Gernot Kiefer, gegenüber der Zeitung. Viele der neuen Hilfsmittel würden es den Versicherten ermöglichen, unbeschwerter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Mehr zum Thema

AOK warnt vor Verdoppelung der GKV-Zusatzbeiträge

Der AOK-Bundesverband warnt vor einer drastischen Erhöhung des Krankenkassen-Zusatzbeitrags für 2022 nach der Bundestagswahl. „Ohne…

„GKV sollte nicht auf Dauer Bundesmittel brauchen“

Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt prekär – und daher drohen den Versicherten ab…

80 Prozent der Deutschen sehen Reformbedarf im Gesundheitssystem

70 Prozent der Menschen in Deutschland sehen stellenweise Reformbedarf im Gesundheitswesen. Weitere 10 Prozent möchten…

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia