SPD-Pläne

Krankenkassen-Chefs kritisieren Idee der Bürgerversicherung

Die SPD will sie, die Unionsparteien nicht – die Bürgerversicherung. Aber auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) scheint bei dem Vorhaben skeptisch zu sein. Zumindest äußerten die Chefs der beiden größten Krankenkassen hierzulande nun Kritik an dem Konzept.
© TK
Der Chef der Techniker Krankenkasse: Jens Baas.

„Ich kann derzeit nicht erkennen, welche Vorteile eine Bürgerversicherung für die gesetzlichen Krankenkassen hätte“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub, der Funke-Mediengruppe. Er und auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, sind nicht wirklich begeistert von der Idee der Sozialdemokraten, eine Bürgerversicherung in Deutschland einzuführen.

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Laut Straub hat eine Bürgerversicherung im besten Fall keine Nachteile für die GKV. „Im negativen Fall kommen erhebliche Belastungen auf die gesetzlichen Kassen zu, weil ältere Privatversicherte und solche mit Kindern die PKV verlassen wollen.“

Baas und Straub sind sich zwar einig, dass ein einheitlicher Versicherungsmarkt richtig wäre. Der Weg dorthin müsse aber sorgfältig geplant und der Wettbewerb fair gestaltet werden.

Sie befürchten, dass die Solidargemeinschaft die Probleme der privaten Krankenversicherung (PKV) wird auffangen müssen: „Viele der gerade diskutierten Ansätze wie ein Wechselfenster oder eine einheitliche Gebührenordnung der Ärzte für GKV- und PKV-Patienten hätten genau das zur Folge“, so Baas.

Auch die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, äußerte Kritik: „Lösungen von PKV-Problemen darf es nicht auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung geben“.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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