Das Analysehaus Morgen & Morgen meldet gute und nicht ganz so gute Nachrichten über die private Krankenversicherung (PKV). Einerseits entwickeln sich Bestände und Finanzlage gut. Andererseits drücken steigende Ausgaben auf Ergebnisse und Rückstellungen.
Für das neue M&M Rating KV-Unternehmen nahmen sich die Analysten 30 private Krankenversicherer vor. Beziehungsweise deren Unternehmenskennzahlen aus den Bilanzjahrgängen 2021 bis 2025.
Das Gesamt-Rating sieht erfreulich aus. 22 Unternehmen erreichen vier oder fünf Sterne. In den Teildisziplinen Erfolg und Bestand verteilt es deutlich breiter über die Rating-Noten. Folgende Krankenversicherer erhielten fünf Sterne (alphabetisch geordnet):
Details verrät die folgende Grafik.

Alle Ratings und Teil-Ratings können Sie hier abrufen.
In der Teilnote Erfolg spiegeln sich vor allem die weiter gestiegenen Ausgaben wider. Und die treffen die Unternehmen unterschiedlich stark. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote erholt sich im Schnitt zwar leicht von 7,0 auf 7,6 Prozent, bewegt sich jedoch weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Nach den starken Rückgängen der vergangenen Jahre deutet das auf eine gewisse Stabilisierung hin – bei trotzdem weiter vorherrschendem Druck aus steigenden Leistungsausgaben.
Ähnlich unterschiedlich schneiden die Unternehmen im Bestand ab. Dort fließen die Wachstumsraten der Verträge ein. Vollversicherungen zu 60 Prozent und Ergänzungsversicherungen zu 40 Prozent.
Insgesamt sieht es laut M&M gut aus. Die durchschnittliche Wachstumsrate in der Vollversicherung steigt von 0,3 auf 0,5 Prozent. Damit setzt sich die im Vorjahr erstmals wieder sichtbar gute Entwicklung fort.
Auch die Ergänzungsversicherung bleibt mit durchschnittlich 2,2 Prozent auf Expansionskurs, wenn auch etwas unter dem Vorjahreswert von 2,7 Prozent. Einzelne Versicherer erzielen sowohl in der Voll- als auch in der Zusatzversicherung deutlich überdurchschnittliche Wachstumsraten. Und andere eben nicht.
In Sachen Sicherheit zeigt sich ebenfalls insgesamt ein solides Bild. Alle Solvenzquoten landen über der verlangten Schwelle von 100 Prozent. Allerdings gehen einige Kennzahlen zurück. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote sinkt erneut leicht von 14,9 auf 13,9 Prozent. Auch die Zufuhrquote in die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB) geht von 7,5 auf 7,0 Prozent zurück. Die RfB-Quote selbst fällt weiter von 31,1 auf 28,0 Prozent.
Das hängt mit den gestiegen Leistungsausgaben zusammen. Sie sorgen dafür, dass weniger Geld für Rückstellungen frei ist. Manche Versicherer entnehmen sogar Beträge aus den RfB, um Beiträge nicht allzu stark steigen zu lassen.
Auch die Bewertungsreserven in den Kapitalanlagen entwickeln sich nach der leichten Erholung der Vorjahre wieder schwächer. Die durchschnittliche Bewertungsreservequote fällt von minus 2,4 auf minus 4,1 Prozent. Ein Trend, den wir bereits ankündigten. Im Marktdurchschnitt überwiegen damit weiterhin stille Lasten. Einzelne Versicherer bezeichnen immerhin wieder stille Reserven.
In der Summe ergibt sich damit zwar kein Krisenbild, aber ein Markt mit unterschiedlichen Belastungs- und Stabilitätsfaktoren: hohe Solvabilität und wachsende Bestände auf der einen Seite, steigende Leistungsausgaben und sinkende RfB auf der anderen.
„Insgesamt zeigt sich die Branche diesen Herausforderungen gegenüber aber weiterhin solide aufgestellt“, sagt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei Morgen & Morgen.
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