Die Rating-Agentur Franke und Bornberg hat ihr Rating Private Krankenvollversicherung in Behandlung geschickt und einige Kriterien neu eingestellt. Zugleich gewichtet sie die wirtschaftliche Stabilität der Versicherer höher und bezieht erstmals ihr Nachhaltigkeitsengagement in die Note mit ein.
Bereits seit dem jüngsten Update fließen Ergebnisse aus dem MAP-Report in das Rating ein: finanzielle Stärke, langfristige Beitragsentwicklung sowie Hilfe und Services für Kunden. Diese Faktoren erhalten mehr Gewicht: Statt bisher 600 bringen sie bis zu 1.000 von 21.425 Punkten. Neu hinzu kommt der hauseigene Nachhaltigkeits-Score mit bis zu 500 Punkten.
Steuerungsinstrumente bewertet Franke und Bornberg angesichts steigender Gesundheitskosten nicht mehr automatisch negativ. Für die Höchstnote FFF+ genügt künftig Erstattung von 100 Prozent für Hilfsmittel, auch wenn der Versicherer dabei Beschaffungsmanagement vorschreibt.
Tarife ohne Leistungsanspruch auf Transportkosten zu ambulanten Therapien wie Dialyse oder Strahlentherapie erhalten höchstens die Note F+ („ausreichend“).
Neu im Kriterienkatalog sind ambulante Palliativmedizin und stationäre Hospizdienste. Zusammen fließen sie mit bis zu 200 Punkten ein.
799 Tarife aus mehr als 1.400 möglichen Tarifkombinationen von 31 Krankenversicherern kamen ins aktuelle Rating. Davon erreichten lediglich 9,3 Prozent die Spitzennote FFF+ („hervorragend“). Der Großteil des Geschehens spielt sich in der Mitte ab, in der Note FF („befriedigend“).

Um das FFF+ zu erreichen, muss ein Tarif mindestens 85 Prozent der maximal möglichen 21.425 Punkte erreichen. Zusätzlich muss er Mindeststandards erfüllen. Für FFF+ sind es unter anderem weltweiter Versicherungsschutz, freie Arztwahl, Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ohne vorherige Genehmigung, volle Kostenübernahme im Ein- und Zweibettzimmer und mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie pro Jahr. Wer einen Mindeststandard verfehlt, wird unabhängig von der Punktzahl herabgestuft.
„Steigende Gesundheitskosten treffen am Ende alle Versicherten. Statt Leistungen zu kürzen, liegt die Zukunft im Leistungsmanagement. Wer Leistungen klug steuert, ohne sie grundsätzlich zu kürzen, hält den Schutz bezahlbar“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.
Bei den Transportkosten gibt es hingegen Grenzen. „Wer zur Dialyse oder Strahlentherapie muss, ist oft mehrmals pro Woche auf Fahrten angewiesen. Ein Tarif, der diese Kosten nicht übernimmt, lässt Versicherte in einer existenziellen Lage allein“, erklärt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken.
Die Bewertungsrichtlinie sowie alle Ergebnisse auf Tarifebene gibt es wie immer kostenlos hier. Die Ratings zur Krankenversicherung für Beamte will man in Kürze aktualisieren.
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