Franke und Bornberg hat das „Rating Krankenversicherung für Beamte 2026“ vorgelegt. Das Ergebnis fällt schmal aus: Nur 26 von 959 Tarifen im Notenspiegel erhalten die Höchstnote FFF+ (hervorragend). Das entspricht 2,7 Prozent.
Zugleich rückt der Preis stärker in den Blick. Für rund 53 Prozent der Privatversicherten steigen die Beiträge zum 1. Januar 2027 voraussichtlich um durchschnittlich 13,4 Prozent, so der Verband der Privaten Krankenversicherung. In den Tarifen für Beihilfeberechtigte liegt der Anstieg bei durchschnittlich 11,4 Prozent.
Franke und Bornberg analysiert für das Rating über 6.000 Tarife und Tarifkombinationen. Für den Notenspiegel wählt das Analysehaus eine feste Konstellation aus Bundesland und Familienstand. Im Jahr 2025 umfasste der Notenspiegel 861 Tarife. Das Gesamtbild zeigt der Rating-Schlüssel:

Warum schneiden viele Tarife nicht besser ab? Franke und Bornberg nennt häufig Leistungen im Krankenhaus. Erstattet ein Tarif dort nur Regelleistungen, reicht das nicht für FF+. Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer gehören zu den Mindeststandards für diese Note.
Beamte erhalten von ihrem Dienstherrn Beihilfe zu den Krankheitskosten. Den Rest decken sie über eine Private Krankenversicherung ab. Weil Beihilfeansprüche zwischen Bund und Ländern sowie je nach Familienstand abweichen, fällt der Markt kleinteilig aus.
Neu ist vor allem das höhere Gewicht für den Versicherer hinter dem Tarif. Kennzahlen aus dem „Map-Report“ zu Finanzstärke, Beitragsentwicklung und Service fließen stärker ein. Hinzu kommt der Nachhaltigkeits-Score. Insgesamt prüft Franke und Bornberg 134 Detailkriterien in 20 Untersuchungsbereichen.
Die Höchstnote FFF+ erhalten Tarife, die mindestens 85 Prozent der maximal 23.925 Punkte erreichen. Zusätzlich gelten Mindeststandards, darunter freie Arztwahl, volle Kostenübernahme für das Einbettzimmer, ein offener Hilfsmittelkatalog und mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie.
Auch einzelne Leistungsdetails zählen nun anders. Tarife ohne Anspruch auf Erstattung von Fahrten zu ambulanten Behandlungen wie Dialyse oder Strahlentherapie erhalten höchstens F+ ausreichend. Zudem bewertet Franke und Bornberg erstmals Leistungen für ambulante Palliativmedizin und stationäre Hospizdienste.
Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken, sagt: „Steuerung ist kein Leistungsabbau, solange am Ende die volle Erstattung steht. Wer dagegen die Fahrt zur Dialyse oder zur Strahlentherapie nicht bezahlt, lässt Versicherte genau dann allein, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind.“
Der Kostendruck kommt aus der Versorgung. Nach Angaben des PKV-Verbands zahlte die Private Krankenversicherung 2025 für allgemeine Krankenhausleistungen fast 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um rund 8 Prozent, für ambulante Arztbehandlungen um 6 Prozent. In der Summe stiegen die Versicherungsleistungen der PKV 2025 um 7,2 Prozent auf 42,1 Milliarden Euro.
Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg, sagt: „Für Beamte ist die Wahl der Krankenversicherung eine Entscheidung fürs Leben. Bei zweistelligen Beitragsanpassungen zählt nicht nur, was im Tarif steht, sondern auch, ob der Versicherer solide wirtschaftet und seine Kunden aktiv durch das Gesundheitssystem begleitet.“
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