Ablehnung vermeiden

PKV-Antrag vorbereiten: So erhöhen Sie die Annahmechancen

Zur Vermeidung von Ablehnungen beim PKV-Antrag sollten Makler konsequent auf eine vollständige Aufarbeitung der Gesundheitshistorie setzen und dabei klar strukturiert vorgehen. Wie Sie Risiken umgehen und Ablehnungen vermeiden, zeigt dieser Überblick.
Frau im Beratungsgespräch bei einer Krankenkasse, professionelle Beratungssituation.
© picture alliance / Zoonar | Aleksey Semykin
Ein Ärztin im Beratungsgespräch: Ene sorgfältige Aufarbeitung der Gesundheitshistorie erhöht die Annahmechancen beim PKV-Antrag.

Unvollständige Angaben, fehlende Voranfragen, unklar formulierte Diagnosen: Wenn ein PKV-Antrag scheitert, liegt das fast immer an vermeidbaren Fehlern. Einer davon sind zum Beispiel „Blindanträge“. Wer ohne vorherige Risikovoranfrage einen Antrag stellt, erhöht die Gefahr unnötiger Ablehnungen und damit Einträge im Hinweis- und Informationssystem (HIS). Sie können zukünftige Anträge erheblich erschweren. Die anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern ist daher als erster Schritt in den allermeisten Fällen sinnvoll. Wahrheitsgemäß abgegeben ermöglicht sie eine realistische Einschätzung der Annahmechancen und schafft die Grundlage für eine gezielte Tarif- und Anbieterauswahl. 

Wird dann der eigentliche PKV-Antrag gestellt, kommt es wie bei anonymen Risikovoranfragen erneut auf Genauigkeit an. Unvollständige oder beschönigte Angaben führen am Ende immer zu Problemen – spätestens dann, wenn der Kunde Leistungen in Anspruch nehmen will, die dann möglicherweise verweigert werden. Doch nicht nur vage oder fehlerhafte Angaben, auch eigene medizinische Interpretationen des Maklers sind riskant. Wer seinem Kunden rät „Das müssen wir nicht erwähnen“, tut nicht nur ihm keinen Gefallen, sondern begibt sich auch selbst ins Haftungsrisiko.  

Also: Gesundheitsfragen immer detailliert und wahrheitsgemäß beantworten. Dabei hilft als Grundlage die Abrechnungsübersicht der GKV aus den letzten fünf Jahren und die Patientenakte des Hausarztes. Bei Vorerkrankungen sollten außerdem immer vollständige Arztberichte, Befunde und Atteste angefordert werden. 

Ein PKV-Antrag – unterschiedliche Entscheidungen 

Die Bandbreite möglicher Entscheidungen reicht von der glatten Annahme bis zur Ablehnung des PKV-Antrags. Abhängig ist das stets vom Schweregrad einer Erkrankung, deren Verlauf und Therapie. Das gilt bereits bei vermeintlich harmlosen Beschwerden wie Heuschnupfen. Aber: Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung kann von Gesellschaft zu Gesellschaft immer unterschiedlich ausfallen. Wo der eine Versicherer lediglich einen Risikozuschlag erhebt, lehnt der andere den PKV-Antrag vielleicht vollständig ab. Wer die spezifischen Annahmerichtlinien kennt, kann Anträge also gezielt stellen – bei dem Anbieter mit den größten Erfolgsaussichten.  

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Autor

René Weihrauch arbeitet seit 35 Jahren als Journalist. Einer seiner Schwerpunkte sind Finanz- und Verbraucherthemen. Neben Pfefferminzia schreibt er für mehrere bundesweit erscheinende Zeitschriften und international tätige Medienagenturen.

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