„Die Privatversicherung lohnt sich nur noch für Beamte“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach laut einem Exklusiv-Bericht der „Wirtschaftwoche“. Die private Vollversicherung werde deshalb nicht mehr lange überleben. „Je mehr Junge das System verlassen, desto teurer und unkalkulierbarer wird es für die Verbliebenen.“
Dem Bericht zufolge kritisierte Lauterbauch außerdem eine „ungerechte Subventionierung“ der PKV durch die Beihilfe für Beamte. Für jeden Staatsdiener in der Privatkasse zahlten die Steuerzahler über die Beihilfe extra, so der Vorwurf des SPD-Mannes und potenziellen Parteivorsitzenden. Das sei „unverdient und ungerecht“. Die SPD strebt eine einheitliche Bürgerversicherung an.
Unter den rund 8,7 Millionen privat Krankenversicherten stellen nach jüngsten Zahlen Beamte mit knapp 4,4 Millionen nun die Mehrheit, während die Zahl der übrigen Mitglieder seit sieben Jahren stetig sinke auf zuletzt 4,3 Millionen.
Wie die „Wirtschaftswoche“ weiter berichtet, verteidigte Lauterbach, dass wechselwillige PKV-Versicherte verstärkt die von der SPD eingeführte Brückenteilzeit nutzten. Angestellte, die dadurch unter einem Jahresverdienst von etwa 60.000 Euro landeten, könnten dann in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. „Ich kann es keinem verdenken, dass man jedes Schlupfloch nutzt, um aus der Privaten zu fliehen“, wird Lauterbach zitiert.
Neu eingestellte Beamte sollen nach dem Willen verschiedener Bundesländer auch in der GKV eine pauschale Beihilfe gewährt bekommen. Zuletzt hatten sich auch die in Baden-Württemberg regierenden Grünen das „Hamburger Modell“ (wir berichteten).
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